AEROSPATIALE / SA 315B „Lama“

Der manntragende Helikopter AEROSPATIALE SA 315B „Lama“

Mit der Lama bringe ich meine ersten Kindheitserinnerungen Anfang der 1970er-Jahre an Hubschrauber in Verbindung, als Helikopterflüge noch etwas Besonderes waren und sich jede Menge am Start- und Landeplatz eingefunden haben. Ich kann mich sehr gut erinnern, wenn jeweils im Frühjahr und Herbst die Flüge zur Alpe Außergweil im Montafon erfolgten (die nur zu Fuß oder eben auf dem Luftweg erreichbar war). Gesteigert werden konnte das Erscheinen des WUCHER-Hubschraubers nur noch dann, wenn sich herausstellte, daß Pilot Hans Bösch am Steuer war, denn dann hingen bei den Anflügen die Lastennetze – egal ob leer oder voll – meist bis ein paar Sekunden vor der Landung meist waagrecht unter dem Heli und der Pilot wurde von der Zentrifugalkraft und/oder vom Beckengurt im Sitz gehalten :-).

Die SA 315 „Lama“ wurde vom damaligen SUD AVIATION (später Áerospatiale, später Eurocopter, aktuell Airbus Helicopters) konstruiert, um einen von der indischen Regierung ausgeschrieben leichten Mehrzweck-Hubschrauber präsentieren zu können. Dabei wurden die Rumpfzelle und der Stahl-Gitterrohrrahmen von der ALOUETTE II, die (wesentlich stärkere) Gasturbine aber von der ALOUETTE III verwendet. Ihren Einsatz findet die Lama z.B. bei Versorgungsflügen in höheren Regionen, beim Versprühen von Pestiziden, bei Bergungen im alpinen Gelände etc. Doch sehr lange werden wir dieses Modell nicht mehr im Flug bestaunen können, demnächst wird die Produktion von Ersatzteilen für diesen Typ (nach fast 50 Jahren) eingestellt, damit verbunden werden auch die Benützungsbewilligungen für die Lama auslaufen.

Im Jahr 1972 erreichte der Pilot Jean Boulet mit einer SA 315 eine Höhe von 12.442m und stellte dabei gleich 2 Weltrekorde auf: einen für die höchste je mit einem Helikopter erreichte Höhe und einen, für den zeitlich längsten Autorotations-Flug mit einem Helikopter. Der Grund: in dieser Höhe hat die Turbine einfach den Dienst quittiert 🙂 Dieser Höhenweltrekord hielt bis ins Jahr 2002, als Frédéric North mit einem EUROCOPTER AS 350 die Höhe von 12.954m erreichen konnte.

Die technischen Daten* des manntragenden AEROSPATIALE SA 315B „Lama“

Hersteller:                Áerospatiale (FR)
Erstflug:                   17.3.1969
Stückzahl ca.:          383 zuzüglich in Lizenz gebaute Versionen
Abfluggewicht max.: 2.300 kg
Leergewicht ca.       1.021 kg
Nutzlast max. ca.     900 kg
Höchstgeschw., ca.: 210 km/h
Steigleistung, max.   330 m/min
Reichweite ca.:         420 km
Rotordurchmesser:  11,02 m
Gesamtlänge:          12,92 m
Gesamthöhe:            3,09 m
Triebwerk:                1 Stk Gasturbine TURBOMECA Artouste IIIB(1)
Leistung:                   640 kW ( 870 PS)
Verbrauch ca.:         200 l/h
Dienstgipfelhöhe:     5.400m

*…Quellen: http://de.wikipedia.org, http://www.wucher-helicopter.at, http://www.airbushelicopters.com

Das Standmodell des AEROSPATIALE SA 315B „Lama“

Ganz am Anfang stand ich vor einem grundsätzlichen Problem: Woher überhaupt eine Lama nehmen ? Sie sollte preislich im Rahmen bleiben (da sie ja nur als Standmodell dienen soll) und trotzdem nachher einigermaßen hübsch aussehen. In der 450er-Größe (wie meine BELL 205 und die Ecureuil) blieb meine Suche jedenfalls erfolglos. Und eine HIROBO-Lama, welche unlackiert als Bausatz ca. € 450,00 kostet ? Nö. Und dann bin ich zufällig auf die „Big-Koax-Lama“ von CARSON im Maßstab von ca. 1:12 gestoßen und habe sie umgehend bestellt 🙂

Die Lama ist eingetroffen, hier ein paar erste Bilder…

Die Zerlegung

Um ehrlich zu sein: gereizt hätte es mich ja schon, die an sich flugfertige und mit Sender und Akku gelieferte Lama mal zu starten. Aber ich wollte keine unnötigen Beschädigungen riskieren und habe also gleich damit begonnen, die Lama in ihre Einzelteile zu zerlegen und dabei von allen Teilen zu befreien, welche sie als Standmodell nicht benötigen wird (wie z.B. beide Motoren, die 4 Rotorblätter etc.). Im „Grundgerüst“ verblieben somit lediglich der Regler (an welchem die bereits installierte Scale-Beleuchtung angeschlossen ist) und die Halterung für die Hauptrotor-Welle.

 

Die Lackierung

Vor dem Lackieren der einzelnen Bauteile habe ich diese mit einem 240er-Schleifpapier angeschliffen, ein Abkleben war im ersten Lackierdurchgang außer beim Landegestell noch nicht erforderlich.

Der Zusammenbau

Nachdem die einzelnen Teile lackiert waren, habe ich die Lama wieder zusammengebaut, zu meiner Verwunderung sind keine Bauteile übrig geblieben (da bin ich sonst der Experte dafür) 🙂

Beschriftungen und Decals

Die Decals habe ich auch bei diesem Modell wieder über Druckermax.at bezogen.

Das fertige Modell

Die Daten des Standmodells:

Hersteller:                   CARSON
Bezug:                        CONRAD ELECTRONIC
Maßstab, ca.:             1:12
Beschriftungen:           DRUCKERMAX
Höhe Rumpf:               205mm
Breite Rumpf:              135mm
Länge Rumpf:              370mm