TANGENT / „ASH 31 Mi“

ASH 31 Mi – Das manntragende Original

Bei der ASH 31 Mi handelt es sich um ein eigenstartfähiges einsitziges Segelflugzeug des deutschen Herstellers Alexander Schleicher GmbH & Co. Dieses Modell wird seit dem Jahr 2010 in Serie produziert und zwar in 2 Varianten, sowohl mit einer Flügelspannweite von 18 Metern („18m-Klasse“) als auch mit einer Spannweite von 21 Metern für die sogenannte „Offene Klasse“. Die ASH 31 Mi ist das Nachfolgemodell der ASH 26E.

Bezüglich der Namensgebung hat sich bei der Firma Schleicher eine Tradition etabliert: die ersten beiden Buchstaben – also „AS“ – sind die Initialien des Firmengründers (Alexander Schleicher, 1901-1968) und im letzten Buchstaben hat sich der jeweilige Konstrukteur mit dem Anfangsbuchstaben seines Nachnamens „verewigt“, so stehen z.B. das „W“ (in der ASW-Serie) für Gerhard Waibel, das „H“ (in der ASH-Serie) für Martin Heide, das „K“ (in der ASK-Serie) für Rudolf Kaiser und das „G“ (in der ASG-Serie) für Michael Greiner. Die 2-stellige Zahl ist dann eine fortlaufende Nummer ohne spezielle Bedeutung.

Die technischen Daten der manntragenden „ASH 31 Mi in der 18m-Version“*:

Flügel-Spannweite:           18 m
Flächenbelastung (max.):  53 kg/m² (ca.)
Tragflächen-Inhalt:            11,9 m²
Rumpflänge:                       7,07m
Abfluggewicht (max.):       630 kg
Leergewicht:                     420 kg
Nutzlast:                            115 kg
Wasserbalast Flügel:          120 Liter (max)
Triebwerk:                           1 Wankel-Benzinmotor mit ca. 56 PS, IAE 50R-AA von Austro Engines
Höchstgeschwindigkeit:     270 km/h (ca.)
Reisegeschwindigkeit:      140 km/h (ca.)
geringstes Sinken:              0,55 m/s
Gleitzahl:                            >50
Produktion:                       seit 2010
*……alle Angaben ohne Gewähr


Das RC-Modell der „ASH 31 Mi“ von TANGENT

TANGENT „ASH 31“

Wie hat mich die ASH gefunden

Ich glaube ja ehrlich gesagt, dass manchmal das Modell den Piloten findet und nicht umgekehrt. Vorausgesetzt man hat Zeit und sonst noch was zum Fliegen kann es sich durchaus lohnen, einfach Augen und Ohren offen zu halten und abzuwarten. So war es jedenfalls bei mir und der ASH 31. Nachdem ich für meine „K7“ aufgrund eines Fahrzeugwechsels keine Transportmöglichkeit mehr hatte, meine „ASW“ schon ein paar Monate verkauft war und meine „Benka“ rund 70 Flüge absolviert hat, begann die Suche nach einem etwas größeren Segler mit ein paar Auswahlkriterien: ein Scale-Modell (vorzugsweise eines von Schleicher), ein renommierter Hersteller, ein moderates Abfluggewicht, eine Flügelspannweite von etwa 4-5 Meter, ein GFK-Rumpf, auf Eigenstartfähigkeit umrüstbar, möglichst hoher Vorfertigungsgrad, gebraucht aber in gutem Zustand und natürlich preislich in einem vernünftigen Rahmen (wobei „vernünftig“ in Zusammenhang mit „Finanzen“ natürlich ein sehr dehnbarer Begriff ist 🙂 ) Fündig wurde ich dann zufällig bei den Inseraten von RC-Network. Die ASH wurde mit gebrauchten fertigen Flächen (d.h. incl. Servos und verbauten Störklappen und sogar MPX-Steckern für den Anschluss am Rumpf), Leitwerken, Flächenschutztaschen, einem „Kabelbaum“ für den Rumpf, einem komplett neuen Spantensatz und einem nagelneuen Rumpf verkauft, und das zu einem sehr fairen Preis. Der neue Rumpf kam mir insofern sehr entgegen, als dass ich dann selbst die Art der Motorisierung entscheiden konnte und auch freie Wahl beim Fahrwerk hatte. Hier ein paar Bilder von der Verkaufsanzeige…

In der letzten Septemberwoche 2018 habe ich dann das Modell abgeholt:

Das Fahrwerk

Der Vorteil von einem „jungfräulichen“ Rumpf: man kann ihn nach den eigenen Wünschen gestalten, so auch bei der Wahl des Fahrwerks. Ich habe mich dann zum Einbau eines Einziehfahrwerks entschieden. Die Wahl fiel auf ein Produkt von FEMA, einfacher Aufbau, exakte Fertigung und ohne überflüssigen Schnick-Schnack. Mitbestellt hatte ich einen kleinen Anbauwinkel aus Metall zur Befestigung des EZFW-Servos, das Interessante daran war der Aufkleber, der sich auf dem Anbauteil befand : „Florian Schambeck“ 🙂

Die Leitwerke

Im Gegensatz zu den beiden Tragflächen, bei welchen bereits alle 6 Ruder angebracht und die Servos verbaut und fertig verkabelt waren, mussten Höhenleitwerk und Seitenruder noch verbaut werden. Der Hersteller sieht hier vor, sowohl den Servo für das Höhenruder als auch für das Seitenruder in den beiden Spanten zu befestigen. Der Abschlussspant wird dann eingeharzt, der HR-Servo wäre somit gar nicht mehr, der SR-Servo nur mehr über die Öffnung des Spornrades zugänglich (also auch so gut wie unerreichbar). Um aber im Falle eines Falles Zugang zu beiden Servos zu haben (ohne den Segler dabei zu sezieren), habe ich den HR-Servo direkt im Höhenleitwerk verbaut. Beim SR-Sevo hat mir Vereinskollege Peter einen sehr guten Tipp gegeben: eine Art „Unterputz-Dose“ von MULTIPLEX. Dabei wird das Gehäuse im Rumpf befestigt, der Servo wird dann im Gehäuse angebracht und das Ganze mit einer Abdeckung verschlossen. Der dafür erforderliche Schnitt in den Rumpf hat mich nur kurzfristig Überwindung gekostet, Funktionalität und Zugangsmöglichkeit bei einem Servodefekt überwiegen für mich ganz klar.

Die Motorisierung

Da ich das Modell bezüglich des Abfluggewichts so leicht wie möglich bauen wollte und der Motor als klassische Aufstiegshilfe und nicht als Mittel zum Senkrechtstart dienen soll, habe ich einen möglichst kleinen Motor ausgewählt, gar nicht so einfach, einen Kompromiss zwischen Leistung und Gewicht zu finden.

Akku & Elektrik

Wie sich nach ein paar Tests gezeigt hat, reicht ein 4S-Lipo-Akku als Energielieferant aus. Und da die ASH 31 vorne ohnedies zu leicht war, fiel die Wahl auf ein Exemplar mit 5.000mAh. Dieser löst das Problem mit der Hecklastigkeit und passt problemlos unter die Cockpitwanne. Als Drehzahlsteller kommt ein 80A-Regler zum Einsatz (da der Motor ohnedies nur mit 50A Dauerstrom belastet werden darf, reicht dieser völlig.). In Verbindung mit den beiden 17×10″-Klappluftschrauben „zieht“ die ASH ca. 58A (Messung am Boden), im Flugbetrieb dürften dies dann vermutlich nicht mehr als 40-45A sein.

Das Design

Eines habe ich in meiner relativ kurzen Zeit als Modellflugpilot gelernt bzw. habe ich mir zum Grundsatz genommen: das Design ist erst dann relevant, wenn das Modell den Erstflug überstanden hat und der Zustand des Modells nach der ersten Landung im Großen und Ganzen jenem des Starts entspricht. Denn ein Modell fliegt generell gleich gut (oder gleich schlecht), egal ob es optisch ansprechend oder eher ein hässliches Entlein ist. So war es auch bei diesem Segler.

Das Cockpit

Das Cockpit wurde bereits vom Vorbesitzer gestaltet, was allerdings nicht sehr gut sichtbar war. Der Grund: die Cockpithaube war nicht transparent sondern ziemlich dunkel. Aus diesem Grund habe ich bei TANGENT eine neue Haube bestellt und die alte Abdeckung durch eine helle ersetzt. Zusätzlich habe ich dem Cockpit noch eine Pilotin spendiert. Sollte mit dem Modell mal irgendwas passieren, kann ich SIE problemlos dafür verantwortlich machen :-).

Der Erstflug

Der Erstflug fand bei idealen Bedingungen am 21.6.2019 statt.

Hier noch ein paar Flugfotos, wie immer hat sich Vereinskollege Christian zum Steuern des Modells überreden lassen, damit ich ein paar Fotos machen kann 🙂 Die Kennungen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht angebracht, ich habe diese wieder bei Druckermax.at bestellt.

Und hier noch ein paar Flugfotos mit den aufgebrachten Aufklebern:

Die technischen Daten & und die vom Vorbesitzer und mir verbauten Komponenten*:

Hersteller:                  Tangent-Modelltechnik Holger Justus (Deutschland)
Maßstab:                    1:4
Spannweite:               4.510mm
Gewicht (flugfertig):    6.100g (lt. Hersteller: ab 7.000g (!))
Länge (über alles):     1.850mm
Steuerung:                   Höhe, Seite, Quer, (Wölbklappen), Störklappen, Motor, EZFW
QR-Servos: außen:     2 Stk. FUTABA S3150
QR-Servos: innen:     2 Stk. FUTABA S3150
Wölbklappen:              2 Stk. GRAUPNER DES 587 BB MG
HR-Servo:                    1 Stk. GRAUPNER DES 448 BB MG
SR-Servo:                    1 Stk.  GRAUPNER C 5077 BB
Störklappen-Servos:     2 Stk. GRAUPNER DES 475 BB
Motor:                           1 Stk. JOKER „5060-5,5 V3 470 KV“
Regler:                         1 Stk. LINDINGER „Professional FUN 80A SBEC“
Klappluftschrauben:      2 Stk. AERONAUT 17×10″

Spinner:                       FREUDENTHALER CFK 48/6mm m. Kühlloch
EZFW:                          FEMA 9834A mit Fema-Rad 82mm

EZFW-Servo:             1 Stk. HITEC HS-85BB/MG
Flug-Akku:                  1 Stk. LiPo 4S WELLPOWER 5000mAh
Telemetrie:                SM-MODELLBAU „UniLog 2“
Empfänger:                  GRAUPNER „GR24“
Frequenz:                    2,4 Ghz

Aufkleber:                   Druckermax.at

*……alle Angaben ohne Gewähr