K7 (KA 7 oder auch K-7) „Rhönadler“ / SCHNEIDER-MODELL (Kufstein)

K7 – Das manntragende Original

Bei der „K7“ („Rhönadler“) handelt es sich um ein hauptsächlich für die Anfängerschulung konzipiertes doppelsitziges Segelflugzeug in Schulterdecker-Ausführung und der Nachfolger der „Ka 4“ („Rhönlerche“). Von der K7 wurden ab 1957 insgesamt knapp über 500 Exemplare gebaut wobei aktuell in Deutschland noch immer 140 Exemplare zugelassen und u.a. auch bei Oldtimer-Liebhabern sehr beliebt sind. Charakteristisch sind die nach vorne gepfeilten Tragflächen. Zwar besteht der Rumpf aus Stahlrohren (was sich negativ hinsichtlich des Gewichts und der Gleitzahl auswirkt) und nicht aus Sperrholz, der Vorteil liegt aber in der stabileren Konstruktion und des geringeren Reparaturaufwandes.

Quelle:  Wikipedia.de

Die technischen Daten der manntragenden „K7“

Flügel-Spannweite:           16 m
Tragflächen-Inhalt:            17,5 m²
Länge:                               8,15 m
Höhe am Leitwerk:             xx m
Abfluggewicht (max.):       479 kg
Leergewicht:                     285 kg
Höchstgeschwindigkeit:     170 km/h
Mindestgeschwindigkeit:      59 km/h
geringstes Sinken:              0,89 m/s (bei 67 km/h)
Bestes Gleiten:                    25 (bei 85 km/h)
Erstflug:                             1957
*……alle Angaben ohne Gewähr

 

Das 1:3 Semiscale RC-Modell der „K7“ von SCHNEIDER-MODELL in Kufstein

Nach einem etwas aufwändigem & zeitintensiven Winterprojekt (meiner „Pjotrnov PJ-1„), dem nahenden Frühling und der günstigen Gelegenheit habe ich mich für den Kauf der „K7“ als flugfertiges Modell, welches von einem Vereinskollegen nach nur wenigen Flügen wieder „abgestoßen“ wurde, entschlossen.

 

Das Modell war ursprünglich ein CNC-Bausatz und passte in eine mittlere Schachtel 🙂 . Es war ursprünglich ein reiner Segler, welcher den Erstflug im Mai 2009 absolvierte. Die K7 wurde aber vom Vorbesitzer im Jahr 2016 elektrifiziert und damit ist die K7 mit einem Startwagen eigenstartfähig (angesichts der Größe, des Gewichts und der überschaubaren Verfügbarkeit an geeigneten Motormodellen, mit welchen ein F-Schlepp möglich wäre, ein großer Vorteil). Auch eine Besonderheit: das Modell wurde vom Vorbesitzer mit geteilten Flächen konstruiert und gebaut (was den Transport natürlich wesentlich vereinfacht). Die K7 ist mit sogenannten Sturzflug-Bremsen ausgestattet, eine Art Störklappen welche sowohl nach oben als auch nach unten ausfahren und so für eine sehr ordentliche und gut dosierbare Verringerung der Geschwindigkeit für die Landung sorgen. Neben einer Bremskufe ist auch ein starres Rad verbaut, das Höhenleitwerk ist abnehmbar. Hier ein paar Bilder des Seglers (so, wie ich ihn übernommen habe):

 

        Von mir durchgeführte Änderungen und Anpassungen

Das Cockpit

Ein kleiner Cockpitausbau mit ein paar Scale-Elementen stand für mich bereits beim Kauf des Modells fest, zwar nicht als vorbildgetreuer Zweisitzer (dafür müssten die beiden Servos für Höhe und Seite und diverse Querstreben neu platziert werden), aber wenigstens als Einsitzer. Trotzdem wollte ich nicht zu viele Änderungen im vorderen Rumpfteil vornehmen und so standen neben möglichst wenig Gewichtszuwachs auch so geringe Kosten wie möglich im Vordergrund.

Gleich zu Beginn des Ausbaus musste der „glückliche Josef“ das Feld räumen. Danach habe ich eine große Öffnung in der Kabinenhaube erstellt. Den Innenraum des Cockpits habe ich grau bemalt denn wie ich gesehen habe ist dieser auch bei der manntragenden K7 spartanisch bis rustikal gestaltet 🙂

Das Design

Zuerst habe ich – zum Teil in mühevoller Kleinarbeit – sämtliche Abziehbilder, Aufkleber u.ä. entfernt. Dabei erwiesen sich die beiden am Seitenleitwerk angebrachten „Aeroclub-Geier“ als äußerst widerstandsfähig, nur mittels Einsatz von Heißluftföhn in moderater Einstellung und Fingernägeln haben sie sich ihrem Schicksal gefügt. Die neuen Aufkleber habe ich wieder bei meinem „Stamm-Lieferanten“ Hr. Froschauer in St. Florian bestellt (druckermax.at), Top-Qualität, bester Service und sehr faire Preise und von mir auf jeden Fall weiterzuempfehlen….

Schwerpunktermittlung & Maßnahmen zur Gewichtsreduktion

Lt. Vorbesitzer fliege die K7 mit der aktuellen Platzierung von Flug- und Empfänger-Akkus sowie des Zusatzgewichtes in Bleiform perfekt. Wobei ich mir persönlich die Frage gestellt hat, aus welchem Grund man die Empfängerakkus so weit hinten positioniert und im Gegenzug dazu große Mengen an Blei (genau gesagt 551 Gramm !) mit Harz in die Rumpfspitze für die Ewigkeit haltbar einklebt. Und die nächste Frage folgte gleich: aus welchem Grund verwendet man ein Steckungsrohr aus Stahl mit 2mm Wandstärke und einem Gewicht von 539 Gramm (bei lediglich 63cm Länge) ? Bei der Ermittlung des Schwerpunktes dann gleich ein kleiner Schock: die K7 war nicht nur ein wenig kopflastig sondern in großem Ausmaß.

Maßnahme 1: Blei raus ! In mühevoller Kleinarbeit unter Verwendung von Schraubenziehern und Zangen und mit sehr viel Gefühl wurden 551g Blei entfernt. Bis auf die letzte Lage (diese ist mit der Beplankung verharzt) ist jetzt alles raus und auch das Zusatzblei auf dem Akku-Brettchen fiel der Gewichtsreduktion zum Opfer..

Maßnahme 2:  Empfängerakkus um ca. 15cm (!) nach hinten versetzen…

Maßnahme 3:  das Stahlrohr durch ein CFK-Rohr ersetzen, dies hat zwar so gut wie keine Auswirkungen auf die Lage des Schwerpunktes, reduziert aber das Abfluggewicht um weitere 430 Gramm.

Ergebnis:  ein perfekt ausbalanciertes & gewichtsoptimiertes Flugmodell !

Der Erstflug / Samstag, 1.4.2017

Bei idealen Verhältnissen und unter moralischem Beistand von Vereinskollege Peter habe ich dann den Erstflug in Angriff genommen. Natürlich waren Größe und Spannweite des Modell für mich neu und flößten mir erheblichen Respekt ein. Aber als sich dann die K7 bereits in der Hälfte der Startpiste vom Startwagen löste und in einem wunderschönen Steigflug in die Lüfte erhob, was das die erste Hürde genommen. In ausreichender Höhe dann Motor abschalten und segeln. Da ich mit der Lage des Schwerpunkts noch nicht ganz glücklich war, folgte dann sehr bald die Landung, die Sturzflugbremsen sind ein Traum, das Modell bleibt in seiner Fluglage absolut stabil, geht aber in einen sehr ausgewogenen Sinkflug über und ist absolut unkritisch bei der Landung.

Der Zweitflug verlief dann wirklich absolut perfekt. Das Modell hat ein wirklich wunderbares Flugbild, liegt perfekt in der Luft und fliegt – nach dem „Abspecken“ von fast 1.000g (!) absolut schnurgerade einer imaginären Linie folgend. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Flüge, um dabei „Thermik zu schnüffelbn“ 🙂

Vereinskollege Bernd hat den zweiten Flug gefilmt (was ich gar nicht mitbekommen habe) und mir erlaubt, das Video direkt auf meiner Homepage zu verlinken, vielen Dank an dieser Stelle 🙂


Hier noch ein paar Stand- und Flugbilder der K7:

 

Fazit: was soll ich sagen ? (M)ein ideales Modell in den Einstieg in die Klasse der Groß-Segler. Klar, es ist ein wenig Aufwand, das Modell flugfertig aufzubauen und der Transport ist etwas umständlicher, aber die Flugeigenschaften und das Flugbild entschädigen mehr als nur dafür 🙂

Die technischen Daten & und die vom Vorbesitzer verbauten Komponenten*:

Hersteller:                  SCHNEIDER-MODELL
Baujahr:                     2008
Maßstab:                    1:3
Spannweite:               5.330 mm
Gewicht (flugfertig):    12.270 g
Länge (über alles):      2.710 mm
Flächeninhalt:              ca.194 dm²
Flächenbelastung:       ca. 62g/dm²
Material Rumpf:           Sperrholz mit Balsabeplankung
Material Flächen:         Sperrholz
Bespannung:               Polyesterfolie
Material Leitwerke:      Sperrholz
Steuerung:                   Höhe, Seite, Quer, Sturzflugklappen, Motor
QR-Servos:                  2 Stk. (unter Bespannung, nicht zugänglich)
HR-Servo:                    1 Stk.  MULTIPLEX Profi 3 BB FET
SR-Servo:                    1 Stk.  MULTIPLEX Profi 3 BB FET
Störklappen-Servos:     2 Stk. MULTIPLEX Profi 3 BB FET
Motor:                           1 Stk. LiPolice LPA 4025/16T-385KV
Regler:                         1 Stk. LiPolice 80A Opto
Klappluftschraube:       1 Stk. AERONAUT 17×9″
Flug-Akku:                     1 Stk. HYPERION LiPo 6S 4200mAh
Empfänger-Akkus:         2 Blocks NiMh-Akkus à 5 Stk. 3800mAh à 1,2V

Von mir verbaute bzw. verwendete Komponenten*:
Empfänger:                  GRAUPNER GR-16 8 Kanal 2,4Ghz
Telemetrie:                   SM Modellbau „Unisens-E“

*……alle Angaben ohne Gewähr