Discus 2B / unbekannter Hersteller

DISCUS 2B – Das manntragende Original

Beim „Discus 2B“ handelt es sich um ein einsitziges Segelflugmodell der sogenannten Standard-Klasse des deutschen Herstellers Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH in Kirchheim unter Teck. Sein Vorgängermodell – der „Discus“ – wurde über 800 Mal gebaut und dominierte für längere Zeit die Weltmeisterschaften dieser Klasse und war 6 Mal Weltmeister in Folge. Neben dem „Discus“ zählen auch die bekannten Modelle „Duo Discus“ (die Doppelsitzervariante des „Discus“), „Nimbus“, „Ventus“ sowie „Arcus“ und „Quintus M“ zur Produktpalette des renommierten Herstellers.

Die technischen Daten des „Discus“:

Flügel-Spannweite:           15,00m
Flächenbelastung (max.):  30-52kg/m² (ca.)
Tragflächen-Inhalt:           10,16m²
Rumpflänge:                        6,81m
Breite am Cockpit:                0,62m
Höhe am Cockpit:                 0,81m
Abfluggewicht (max.):       525,00kg
Leergewicht:                    252,00kg
Wasserballast (max.)        200,00kg
Höchstgeschwindigkeit:    250km/h

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das RC-Modell des „Duscus 2B“

Ich muss noch vorausschicken, dass beim Kauf weder der Hersteller noch die Modellbezeichnung des Seglers bekannt waren, auch dem Verkäufer konnten diese Angaben vom vorherigen Besitzer nicht mitgeteilt werden. Zwar ist auf der Unterseite des Höhenleitwerks handschriftlich „Discus“ vermerkt, jedoch gingen die Meinungen etwas auseinander, ob es sich nun um einen Discus oder evtl. einen Ventus handelt. Aus diesem Grund habe ich der Firma Schempp-Hirth ein paar Bilder des Modells geschickt und bekam in kürzester Zeit die Rückmeldung, dass es sich aufgrund der Geometrie des Rumpfs und der Flächen sowie der fehlenden Wölbklappen um einen „Discus 2B in der ersten Ausführung ohne Winglets nur mit 30°-Ohren“ handeln dürfte. Zusätzlich bekam ich sogar noch den Tipp, dass es evtl. das Modell „D2B von GRAUPNER“ sein könnte. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Hr. Hans-Georg „Biggo“ Berger von der Firma Schempp-Hirth für seine Bemühungen. Trotz umfangreicher Recherchen im Internet ist es mir jedoch leider nicht gelungen, den Hersteller des Modells eindeutig ausfindig zu machen. Sachdienliche Hinweise, die zur zweifelsfreien Identifizierung des Herstellers führen, nehme ich gerne entgegen. 🙂

Wie ich zum „Discus 2B“ gekommen bin

Wie bereits die „Ford Flivver“ und die „LS3“ habe ich auch dieses Modell online auf prop.at entdeckt, allerdings habe ich diesesmal mit dem Verkäufer eine Selbstabholung vereinbart und wir haben uns ziemlich genau auf halber Strecke in Hall i. Tirol zur Übergabe getroffen. Und ich muss sagen, das Modell war in einem ausgezeichneten Zustand, genau so, wie im Online-Inserat beschrieben.
Der Rumpf weisst so gut wie keine Beschädigungen auf und ist neu lackiert, beide Tragflächen wurden komplett neu bespannt. Im Modell verblieben sind alle Servos des Typs GRAUPNER (1x Höhe, 1x Seite, 1x Schleppkupplung, 2x Quer) sowie die doppelstöckigen Störklappen in den Tragflächen. Im Außenbereich der Fläche sind die Flügel 2-fach geknickt, den Abschluß bilden 2 sogenannte „Ohren“, welche in einem Winkel von ca. 30° angebracht sind. Höhen- und Seitenleitwerk sind in T-Form angebracht, das Höhenruder ist zum Transport relativ einfach zu Demontieren: 2 Nylonschrauben M5 verbinden das Leitwerk mit dem Rumpf.

Das Seitenleitwerk ist doppelt angelenkt, die Anlenkung erfolgt über 2 Stahlseile, welche frei vom Ruder durch den Rumpf bis zum Seitenruder-Servo verlaufen.
Ebenfalls bereits verbaut war eine Schleppkupplung mit einem kräftigen Servo, dazu wird – wie bei meinem „Flamingo 2006“ – eine Stahlschlinge am Schleppseil durch die kleine Öffnung an der linken Rumpfseite geschoben, wenn der Servo betätigt wird, verriegelt der Draht im Bowdenzug, beim Ausklinken wird der Draht zurückgezogen und so das Schleppseil freigegeben.

An der Rumpfunterseite war noch ein relativ stabiler Hochstarthaken abgebracht, diesen habe ich jedoch demontiert (natürlich in erster Linie um beim Landen keine allfälligen Flurschäden auf unserem Flugplatz zu verursachen). Zur Verbindung der Servokabel in den Tragflächen waren bereits einfache Stecksysteme verbaut (einfache Hochstrombuchsen und -stecker von MULTIPLEX). Dies ist natürlich inbesonders was den Auf- und Abbau des Modells betrifft eine große Zeitersparnis.

Der Erstflug
Donnerstag, 1.8.2013
Den ersten Schlepp und das Eintrimmen des Modells habe ich meinen beiden Vereinskollegen Christian (als Schlepp-Pilot mit seinem „SwissTrainer“ von Bruckmann) und Michael überlassen, einerseits hat der Discus doch ca. 50cm mehr Spannweite als meine „LS3“, andererseits können meine Kollegen auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und ggfs bei Flugzuständen, bei welchen ich eindeutig überfordert wäre, rasch und vor allem richtig reagieren. Nach dem ersten Flug musste der Ausschlag des Höhenruders etwas vergrößert werden, zudem haben wir in etwa 200g an Blei aus der Rumpfspitze entfernt. Beim zweiten Flug erfolgten dann noch ein paar Feintrimmungen und der Discus zog brav wie auf Schienen seine Kreise in der Thermik.

Mein Erstflug
Samstag, 3.8.2013
Ich versuche eigentlich generell, mir kleine und erreichbare Ziele zu stecken. Und so habe ich zuerst mal den Start und den Flug gemacht, die Landung dann vorsichtshalber meinem Kollegen Christian überlassen. Im Anschluss daran habe ich mich dann an „das volle Programm“ gewagt, mit etwas fachlicher Unterstützung meiner Vereinskollegen war dann der Segler wieder sicher am Boden und weitere Flüge folgten…und folgen….

Fazit: ein wunderbarer Segler, hervorragende Gleiteigenschaften, beeindruckendes Flugbild….ich hätte mir ehrlich gesagt nicht gedacht, dass klassisches Segeln soviel Spaß machen kann….

 

Die technischen Daten*:

Hersteller:                  konnte von mir nicht ausfindig gemacht werden….sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen 🙂
Baujahr:                     ca. 2006
Spannweite:               3.665mm
Gewicht (flugfertig):    4.282g
Länge (über alles):      1.580mm
Material Rumpf:           GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff)
Material Flächen:         Kern:  Styro /  Beplankung:  Abachi-Holz
Bespannung:               Polyesterfolie
Material Leitwerke:      Balsaholz
Steuerung:                  Höhe, Seite, Quer, Störklappen, Schleppkupplung
QR-Servos:                  ich nehme an GRAUPNER (müsste zur genauen Bestimmung allerdings die Folie öffnen…)
HR-Servo:                   1 Stk.  GRAUPNER C5077
SR-Servo:                   1 Stk.  HITECH HS-645 MG
Störklappen:               2 Stk. „Schempp-Hirth“, doppelstöckig
Schleppkupplung:        1 Stk. GRAUPNER C508

Von mir verbaute bzw. verwendete Komponenten*:

Empfänger-Akku:         5 Stk. XCell NiMh à 3800mAh 1,2V
Empfänger:                  FUTABA R617FS „FASST“ 7 Kanal
Frequenz:                    2,4 Ghz

_
*……alle Angaben ohne Gewähr