Cularis / Multiplex

Cularis_Erstflug

Das Set
Wie ich es von MULTIPLEX bereits gewohnt bin: alle Bauteile sind in perfekter Qualität gefertigt, die Rumpfhälften und Tragflächenteile wirken wie „aus einem Guss“. Spaltmaße sind bei MULTIPLEX offenbar ein Fremdwort. Die Kleinteile sind dem Baufortschritt entsprechend zusammengefasst und in kleinen Plastikbeuteln vorkonfektioniert.  Die ausführliche Bauanleitung lässt keine Fragen offen.

Der Zusammenbau
Aufgrund der hervorragenden Passgenauigkeit und Qualität der Bauteile, macht der Zusammenbau wirklich Spaß. Begonnen habe ich mit dem Zusammenbau der Tragflächen, d.h. Einbau der Servos für Querruder und Wölbklappen, Verlegung der Servokabel in den dafür vorgesehenen Schächten sowie dem Einbau der GFK-Holme incl. der Verlängerungen. Für die Verklebung der Flächen mit den Schachtabdeckungen sowie dem Einkleben der Steckungsrohre habe ich auf UHUpor zurückgegriffen. Zwar härtet der Kleber erst nach einigen Stunden komplett aus, hat aber 2 Vorteile: a) er lässt beim Zusammenkleben noch ausreichend Zeit, um Feinjustierungen vorzunehmen und b) er behält auch nach der Aushärtung noch ein wenig Flexibilität. Um die Flächen exakt und gerade verkleben zu Können, hat sich MULTIPLEX was Tolles ausgedacht: wird der Styropor-Kasten (in welchem der Bausatz untergebracht war) umgedreht, sind sowohl für die rechte als auch für die linke Tragfläche Aussparungen vorgesehen, in welche die Flächen exakt eingelegt werden können (wichtig dabei: auf einen ebenen Untergrund stellen…).

Zur Flächenverbindung hat sich der Hersteller für einen Kunststoffbauteil entschieden, welcher neben den jeweils 2 Steckungsrohren, 1 Flächenverriegelung auch jeweils 2 Servostecker pro Fläche aufnehmen soll d.h. insgesamt müssen hier 10 Anschlüsse (!) absolut passgenau erfolgen. Die Idee, auf diese Weise Servostecker und Servobuchse miteinander zu verbinden, ist zwar gut, aber ich habe von Anfang an meine Bedenken gehabt. Zum einen müssen lt. Bauanleitung beim Einkleben der Buchsen die Stecker eingesteckt sein…wenn sich hier nur ein winziges Tröpfchen Sekundenkleber an den falschen Ort verirrt dann war’s das. Zum anderen treten im Flugbetrieb bei allen Flächen im Wurzelbereich Verwindungen und Bewegungen auf….also auch zwischen den fix verklebten Servosteckern und den Buchsen. Und so habe ich mich entschlossen, zwar die Buchsen fix im Mittelstück zu verkleben, die Stecker aber lose zu lassen und beim Anstecken der Flächen von Hand einzustecken. Dazu habe ich die Stege an den in den Flächen eingeklebten Aufnahmen entfernt, so entsteht ausreichend Platz um die Servokabel beim Anstecken der Flächen zu verstauen. Zur Arretierung der Tragflächen dienen 2 am Mittelstück angebrachte bewegliche Kunststofflaschen deren Vorderteile beim Anstecken der Flächenhälften in diesen einrasten. Ich könnte mir vorstellen, dass diese nach häufigem Ein- und Ausstecken sicher nicht mehr so „knackig“ einrasten wie zu Beginn. Aus diesem Grund habe ich vorsichtshalber an den Oberseiten der Laschen im Kunststoffmittelteil 2 Federn eingeklebt…sicher ist sicher….

Anschließend geht’s an die beiden Rumpfhälften, nachdem die Servorohre und -drähte eingezogen und verklebt sind, kann der Flächenverbinder eingesetzt und bereits mit einer Rumpfhälfte verklebt werden. Für alle Servokabel (Höhe, Seite, 2x Quer und 2x Wölb) ist im Rumpf bereits eine Art Kabelkanal vorgesehen in welchen die Kabel relativ einfach untergebracht werden können. Auf diese Weise steht nach Fertigstellung ein quasi leerer Akkuschacht zur Verfügung. Im Heckbereich werden die beiden Stahlkugeln eingeklebt, diese sorgen bei der Verwendung des Modelles als E-Segler als Schwerpunktausgleich für das Zusatzgewicht des Motors. Im vorderen Teil wird die Motorhalterung ebenfalls bereits mit einer Rumpfhälfte verklebt. Das Höhenleitwerk ist bei diesem Modell in Pendelform konzipiert, die Ansteuerung erfolgt über den im Heckbereich einzulegenden Anlenkungsteil. Dann habe ich die beiden Rumpfhälften gleichmäßig mit UHUpor bestrichen, zusammengefügt, exakt ausgerichtet und mit Klebeband gut fixiert. Um einen geraden Rumpf ohne Verzüge zu erzielen, leistet auch hier der Styropor-Kern hervorragende Dienste…
Als letztes werden die beiden Höhenleitwerke installiert, auch diese wären abnehmbar mit einer Verriegelung vorgsehen, ich habe sie aber fest verklebt.

Das „Tuning“ – Dekor „Stratos“
Die Idee, meinen „Cularis“ als „Stratos“ zu gestalten, kam mir während der Live-Übertragung des Sprungs von Felix Baumgartner am 14.10.2012 aus 39.045m Höhe. Ich möchte generell meinen Modellen einen persönlichen touch geben, sie optisch nach meinem Geschmack gestalten. Und so habe ich die bereits bei der „FunCub“ verwendete Variante der selbst bedruckbaren transparenten Etikettenfolie auch hier verwendet. Bei der Kabinenhaube habe ich mich für schwarzen Acryllack entschieden. Bei den Flaps der Ruder kam ebenfalls ein wenig Farbe ins Spiel.

Hinweis: Namen und/oder Logos von Red Bull, Stratos und Zenith sind markenrechtlich geschützt, die Rechte hierfür liegen beim jeweiligen Rechte-Inhaber.

Der Erstflug
Freitag, 19.10.2012
Nachdem ich ja bezüglich Flugmodellbau ein Anfänger bin, lasse ich vorerst meine Modell noch erstfliegen 😉 Jedoch habe ich dieses Mal einen anderen Vereinskollegen überredet…und…ach was soll’s…ein wenig Sekundenkleber und das Modell war wieder wie neu. Wie haben dann auch ziemlich rasch den Grund für das Missgeschick gefunden. In der Bauanleitung steht ganz klar als Punkt 26 geschrieben:
„…EWD…Einstellwinkeldifferenz….beim Cularis ca. 2,5°…Wenn Sie durch das Loch im Rumpf unter dem Höhenleitwerk schauen und den Gestängeanschluss sehen können, ist die EWD richtig…“
Ja, ich geb’s ja zu…diesen Schritt habe ich vor dem Erstflug nicht durchgeführt. Jedenfalls gab es nach der Korrektur des EWD’s keinerlei Probleme mehr….

 

Fazit: Das ist relativ einfach:  mein absolutes Lieblingsmodell unter den E-Seglern, schnell aufgebaut, sehr gutmütig & zahm auch wenn er eine höhere Mindestgeschwindigkeit benötigt als beispielsweise der „Easy Glider“ vom selben Hersteller. Aus meiner Sicht bietet er zudem für ein EPO-Modell ein sehr ansprechendes Flugbild. Natürlich ist es kein Hotliner, ich bevorzuge aber in meinem Anfänger-Stadium einfach und gutmütig zu fliegende Modelle…lieber langsam & oben als schnell & unten ;-).

Die technischen Daten*:

Spannweite:                 2610 mm
Gewicht (incl. Akku):     1710g
Länge (über alles):       1240 mm
Material Rumpf:             Elapor
Material Flächen:           Elapor
Empfänger:                   FUTABA R6308SBT mit integrierter Telemetrie
Frequenz:                      2,4 Ghz
Steuerung:                    Höhe, Seite, Quer,Wölbklappen, Motor
empfohlener Akku:        3S/2100mAh LIxx
Ausführung:                   ARF
Link zum Hersteller:        MULTIPLEX

  *….alle Angaben ohne Gewähr