P-47 „Thunderbolt“ / F.M.S.

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REPUBLIC AVIATION COMPANY /  P-47 „Thunderbolt“ -Das manntragende Original
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Mit einem maximalen Startgewicht von fast 9 Tonnen (!), war die P-47 das schwerste Jagdflugzeug, welches im 2. Weltkrieg zum Einsatz kam. In der Zeit zwischen 1942 und 1945 wurden ca. 16.000 Flugzeuge dieses Typs in unterschiedlichen Versionen gebaut. Heute existieren nur mehr rund 8 restaurierte und flugfähige Exemplare. Durch den Einsatz eines Turboladers konnten auch in Höhen über 8.000m noch eine hohe Geschwindigkeit sowie zufriedenstellende Steigleistungen erzielt werden. Aufgrund des hohen Gewichts und der Geometrie der P-47 wurden bei Sturzflugmanövern die beiden Höhenruder fast wirkungslos. Aus diesem Grund wurden später produzierte Modelle dann mit Sturzflug-Klappen ausgestattet, welche die Steuerbarkeit wesentlich verbesserten.
Die P-47 war mit sechs bzw. 8 Maschinengewehren des Typs „Browning M2 (Kaliber 12,7mm) ausgestattet, zudem fanden unter den Tragflächen 2 Bomben mit je ca. 450kg Platz sowie unter dem Rumpf eine 1.000kg Bombe.

Technische & sonstige Daten des manntragenden Flugzeuges „P-47D Thunderbolt“

Hersteller:                                Republic Aviation Company
Erstflug:                                   1941
Triebwerk:                                PRATT & WHITNEY R-2800-59 „Double Wasp“ 18 Zylinder – Doppelsternmotor mit Turbolader
Hubraum:                                 45,9 Liter
Leistung:                                  1.690 kW (2.535 PS)
Länge:                                      11,01 m
Höhe:                                        4,32 m
Spannweite:                              12,42 m
Leergewicht:                         ca. 4.860 kg
Maximales Startgewicht:        ca. 8.800 kg
Geschwindigkeit (max):         ca. 686 km/h
Dienstgipfelhöhe:                  ca. 12.800 m
Reichweite maximal:              ca. 2.720 km
Besatzung:                                 1

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Republic_P-47)

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Das RC-Modell der “P-47 Thunderbolt” von F.M.S.

Die P-47 in dieser Ausführung zählt zu den sogenannten „Giant Scale Warbirds“ des Herstellers FMS, u.a. sind in dieser Serie mit einer Spannweite von 1.700mm auch noch die P-51 sowie die F4U Corsair erhältlich. Nun ist es natürlich Ansichtssache, ob der relative hohe Preis gerechtfertigt ist. Natürlich findet man um diesen Preis bereits wunderschöne, fertig gebaute und bespannte Scale-Bausätze in Holzausführung, andererseits ist die P-47 dafür mit ca. 1 Stunde Arbeitsaufwand flugfertig und mit Empfänger und einem Akku ausgestattet kann sofort geflogen werden. Ausschlaggebend zum Kauf war für mich jedoch ein anderer Grund: Bei einer bestimmten Charge dieses Modells wurden Haupt-Einziehfahrwerke verbaut, welche nicht verlässlich ein- bzw. ausfahren. Einige Großhändler haben die in Frage kommenden Modelle komplett aus dem Sortiment genommen. In meinem Fall habe ich jedoch davon profitiert, dass der Händler das Modell um 40% preisgesenkt hat und dazu gratis ein komplettes Flächenpaar mit neuen tadellosen Einziehfahrwerken mitgeliefert hat. Es mussten lediglich die 4 Servos der Querruder und Landeklappen sowie die Flächen-Stecker (wing-connectors) aus den alten Flächen entfernt und in den neuen Flächen eingesetzt werden.

Der Zusammenbau
Hätte ich nicht zur „Edition mit zweitem Flächenpaar“ gegriffen, wäre der Zusammenbau in einer knappen Stunde erledigt gewesen.
Zunächst wird das Höhenleitwerk mit dem Rumpf verschraubt und im Anschluss das Seitenleitwerk darauf verklebt. An allen Rudern sind noch die Ruderhörner zu befestigen und bei den beiden Querrudern und Landeklappen müssen nur noch die Anlenkungsgestänge angebracht werden, beim Höhen- und beim Seitenleitwerk sind diese bereits montiert.
Die 4 Luftschrauben werden mittels 8 Schrauben am Mittelstück befestigt, durch Einkerbungen bzw. Ausnehmungen ist ein falsches oder verdrehtes Montieren unmöglich. Im Anschluss wird der 4-Blatt-Propeller auf den Alu-Mitnehmer des Motors gesteckt und rastet dort in die 6-Kantschraube ein, nun noch die Beilagscheibe aufstecken, mit der Mutter das Ganze befestigen und als Abschluss den Spinner darauf schrauben.

Etwas mehr Aufwand benötigt die Fertigstellung die beiden Tragflächen. Zunächst werden die 4 neuen (ebenfalls gratis mitgelieferten) Servo-Einbaurahmen aus Kunststoff in die Aussparungen der neuen Tragflächen eingeklebt. Die neuen Einziehfahrwerke sind bereits in den neuen Tragflächen eingebaut. Es fällt dabei auf, dass diese nun keinen dezentralen Endschalter mehr besitzen, zudem sind die unteren Teile der mittels einer Spiralfeder gedämpften Federbeine nun aus Metall gefertigt.
Nun werden die Servostecker an den beiden Steckern der Flächenverbindungen entfernt und die beiden Multi-Stecker vorsichtig gelöst. Anschließend werden sowohl die beiden Querruder- als auch die Landeklappen-Servos aus den alten Flächen entfernt und in den neuen montiert. Die beiden kleinen 9g-Servos, welche zum Öffnen und Schließen der Fahrwerksabdeckungen benötigt werden, müssen nicht getauscht werden, auch diese sind in den neuen Flächenpaaren bereits montiert. Dies gilt auch für die beiden LED’s. Die zuvor entfernten Multi-Stecker müssen nun an der Wurzelrippe wieder angeklebt und die Servostecker wieder angesteckt werden. Zur Verlegung der Servokabel wurde vom Hersteller ausreichend Platz gelassen. Sind die Kabel verlegt, werden die Schächte mittels der beigelegten Klebestreifen verschlossen.

Die Flächen werden mit 2 GFK-Steckungsrohren ausgestattet in den Rumpf eingeschoben, dort mit jeweils 4 langen Schrauben mit dem Rumpf verbunden und die beiden Multi-Stecker dann in das Gegenstück gesteckt. Der Akku verschwindet zur Gänze im schräg nach vorne unten führenden Akkuschacht, dabei fällt auf, dass das Modell in Sachen Belüftung ebenfalls sehr durchdacht ist: der Regler „baumelt“ lose im Luftstrom, welcher an der großen Motorhaube ein- und an den beiden hinteren seitlichen Luftauslässen im Rumpf wieder austritt. Um ein Verrutschen des Akkus während des Flugs zu verhindern, habe ich diesen mit einem vertikal durch den Rumpf geschobenen 2mm-Stahldraht gesichert. Die Enden finden dabei in einer im Rumpf verklebten Plastikhülse Halt. Vorteil dieser Variante: der dünne Draht ist leicht, trotzdem stabil und behindert den für die Kühlung des 85A-Reglers notwendigen Luftstrom nicht.
Ich habe mich zur Sicherheit bei diesem Modell für eine separate Empfängerstrom-Versorgung entschieden, die 4 Akkus finden ohne Probleme Platz im großzügig dimensionierten Rumpf. Abschließend muss noch ein Empfänger angebracht und die Servokabel etwas gebündelt und befestigt werden.

Das Design – die „Entmilitarisierung“

Um das Modell einigermaßen ziviler zu gestalten, habe ich zunächst alle Aufkleber am Rumpf entfernt. Dabei stellte sich heraus, dass der Kleber von ziemlich guter Qualität ist: nach dem Ablösen der Aufkleber hatte die P-47 sehr viele weisse Flecken (denn die silbergraue Farbe hatte sich ebenfalls mitverabschiedet…). Nach dem Aufrauhen der zu lackierenden Stellen, habe ich die Leitwerke die Kabinen- als auch die Motorhaube abgeklebt und dem Rumpf mit silbergrauer Farbe neuen Glanz verleiht (hatte da noch zufällig eine angefangene Dose Felgenspray herumstehen.).
Die beiden großen Sterne für die Tragflächen habe ich entlang der Umrandung ausgeschnitten und auf die Rückseite der Aufkleber eine neutrale, gelbe und selbstklebende Folie angebracht. Und auf die Montage der beiden Bomben- und Maschinengewehr-Attrappen habe ich gleich ganz verzichtet (und so nebenbei immerhin 80g an Gewicht eingespart…)

Der Erstflug
Freitag, 28.6.2013

Nach dem für mich historischen (da erstmalig alleine ohne Lehrer-Schüler-System) Erstflug der FORD Flivver, habe ich auch den Erstflug der P-47 in Eigenregie durchgeführt, also fast, d.h. mit „dem Fluglehrer meines Vertrauens“ Peter an der Seite, der während des Flugs die notwendigen Trimmungen vorgenommen und mir hilfreiche Tipps gegeben hat. Und zu meiner Überraschung habe ich das Modell nach ein paar Minuten Flug auch wieder sicher gelandet und gleich danach noch weitere Flüge (inklusive Ein- und Ausfahren des Fahrwerks) absolviert.

Fazit:  ein absolut empfehlenswertes Modell mit gutmütigen Flugeigenschaften, einem hohen Vorfertigungsgrad und einem tollen Flugbild. Insbesonders das originalgetreu langsam ein- und ausfahrende Fahrwerk  ist ein Highlight.

Die technischen Daten*:

Hersteller:                   FMS
Baujahr:                      2013
Spannweite:                1.700 mm
Gewicht (flugfertig):     4.800g
Schubkraft:                  4.500g
Länge (über alles):       1.490 mm
Material Rumpf:            EPO
Material Flächen:          EPO
Material Leitwerke:       EPO
Regler:                         FMS 85A
BEC:                             SBEC 5A
Motor:                          FMS 5060-KV270
Propeller:                     18×10″ / 4-Blatt-Luftschraube
Steuerung:                   Höhe, Seite, Quer, Motor, Landeklappen, Einziehfahrwerk
HR-Servo:                     1x25g
SR-Servo:                     1x25g
QR-Servos:                   2x25g
LKL-Servos:                   2x25g
EZFW-Servos:               2x „PZ-V2“
LED’s:                           1x rot und 1x grün an den Flügelspitzen der Tragflächen

Zusätzlich verbaut sind bereits je 1 Stk. 9g-Servo (Marke „Schweighofer“) für die beiden Abdeckungen der Fahrwerk-Schächte sowie 1 Stk. für das einziehbare und angelenkte Heck-Fahrwerk.

Von mir verbaute bzw. verwendete Komponenten*:

Empfänger-Akku:          4 Stk. SANYO Nickel-Metall-Hybrid-Akkus / à 1,2V 1000mAh
Empfänger:                   FUTABA R617FS
Frequenz:                      2,4 Ghz

*……alle Angaben ohne Gewähr