Islander / Jamara

Islander_FF

 

BRITTEN-NORMAN
Das Unternehmen wurde Anfang der 60er Jahre von den beiden Ingenieuren John BRITTEN und Desmond NORMAN gegründet und hat den Sitz auf der britischen Insel Isle of Wight in Bembridge. Der Name „Islander“ (sprich „ailändr“) wurde gewählt, da sich einerseits der Firmensitz auf einer Insel befindet und andererseits das Flugzeug insbesonders für den Inselverkehr konzipiert wurde. Die Maschine verfügt über ausgezeichnete STOL-Fähigkeiten (STOL = Short Take-off and Landing) und benötigt in der Regel nur ca. 350 Meter freie Bahn für Starts und Landungen. Bei der „BN-2“ handelt es sich um einen Schulterdecker mit einer Konstruktion aus Aluminium, die beiden starren Hauptfahrwerke sind jeweils doppelt bereift. Neben dem möglichst geringem Gewicht wurde auch auf eine lange Lebensdauer geachtet, zudem sollten die Wartungsintervalle verlängert und die Fehleranfälligkeit verringert werden, aus diesem Grund wurde beispielsweise auf Einziehfahrwerke, auf sämtliche Hydraulik-Systeme, auf eine Turbo-Aufladung des Motors, auf eine Druckkabine u.v.m. verzichtet. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten existieren Flugzeuge dieses Typs in zahlreichen Modifikationen (Passagier-Transport, Ambulanz-Flüge, Fallschirmspringer-Beförderung, Fracht-Transport, Wetter-Beobachtungsflüge etc.). Die anfangs noch mit 2-Blatt-Propellern ausgerüsteten Motoren mussten jedoch gegen Ende der 90er Jahre aufgrund von verschärften Lärmschutzgesetzen gegen leisere 3- bzw. 4- Blatt-Propeller ausgetauscht werden.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Britten-Norman_BN-2_islander

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Das RC-Modell von JAMARA / Islander „BN-2“

Dieses Modell habe ich wieder mal auf der Schnäppchenseite von prop.at ergattert. Es wurde bereits einige Zeit davor zum Verkauf angeboten, allerdings mit einer eher unrealistischen Preisvorstellung für ein Modell dieses Herstellers und dieser Kategorie. Das Warten hatte sich gelohnt und ich habe das Modell dann gekauft. Das Modell wurde vom Vorbesitzer bereits teilweise zusammengebaut, ich kann also nicht genau sagen, was bereits bei der Auslieferung verbaut war und was nicht. Als erstes habe ich gleich die auf der Tragflächen-Unterseite mit Doppelklebeband angebrachten beiden Regler von ihrem Schicksal befreit. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, aus welchem Grund jemand so was macht…und dann natürlich noch mit dem Klebeband direkt auf die Kühlplatte des Reglers…Luftzufuhr: Null, Überhitzung und Defekt: vorprogrammiert. Nun gut, die Tragflächenhälften waren bereits zusammengefügt und verklebt, die Halterungen für die Hauptfahrwerke befestigt, die beiden Querruder-Servos eingebaut, ebenso das Höhen- und Seitenruder-Servo im vorderen Teil des Rumpfs. Auch Höhen- und Seitenleitwerk und -ruder waren bereits angebracht. Das angelenkte originale Bugrad aus Moosgummi mit einem Reifendurchmesser von 45 mm war incl. der Befestigung bereits verbaut. Der Verkäufer hat freundlicherweise noch eine komplette neue und größer dimensionierte Bugrad-Anlenkung beigelegt, ebenso noch 5 Luftreifen mit einem Durchmesser von 57 mm und Felgen aus Aluminium. Auch bereits verbaut waren die beiden Motoren incl. Mitnehmern, 2-Blatt-Luftschrauben (APC !) , Spinnern und Motorgondeln.
Ach ja: bereits beim Auspacken des Modells habe ich mich gefragt: an was erinnern mich sowohl die Farben als auch das Design dieses Modells ?? Irgendwie kam mir das Ganze bekannt vor…und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Islander_Thomapyrin_Vergleich

 Hier ein paar Bilder vom Modell so wie ich es erhalten habe….

Die Fertigstellung bzw. die Umbauarbeiten

Also viel war ja im Grunde genommen nicht mehr zu tun, um das Modell in einen flugfertigen Zustand zu bringen. Es mussten lediglich noch die beiden starren Haupt-Fahrwerke mit der Doppelbereifung befestigt werden. Bei den Reifen habe ich auf die vom Verkäufer mitgelieferten größeren Reifen zurückgegriffen und diese montiert. Beim Bugrad musste ich leider den originalen Moosgummi-Reifen belassen, eine größerer Reifen kann dort bauartbedingt nicht montiert werden, es müsste eine komplette neue Bugrad-Anlenkung verbaut werden. Die Anlenkungen des Seitenruders sowie des Bugrades habe ich auf einen gemeinsamen Servo-Arm gelegt. Die beiden angeklebten 25A-Regler habe ich von Ihren Fesseln befreit, die originalen T-Stecker entfernt und durch MPX-Stecker und -buchsen ersetzt. Der 3S-LiPo-Akku fand im vorderen Rumpfbereich ausreichend Platz. Zur Befestigung des Empfängers habe ich noch ein kleines Brettchen eingeklebt. Und das war’s dann eigentlich schon. Nach der Kontrolle des Schwerpunktes und dem Programmieren des Senders habe ich noch einen Schubtest gemacht (diese Kontrolle habe ich mir mittlerweile angewöhnt), das Ergebnis hat mich ehrlich gesagt (positiv) überrascht: die beiden Motoren mit den APC-Luftschrauben 8×4 erzeugen bei Vollgas einen Schub von 2kg, und das bei einem Abfluggewicht des Modells von 1,9kg, der maximale Stromverbrauch liegt dabei ganz knapp über 50A, also sind auch die beiden 25A-Regler sehr gut dimensioniert.

Der Erstflug 
Montag, 6.1.2014
Am Dreikönigstag 2014 bei optimalen Verhältnissen war’s dann soweit, mit voll geladenem Akku ging’s an’s Eingemachte. Nochmals Check der Ruder, ein Rollversuch auf der Piste zurück zum Pistenanfang und Knüppel nach vorne. Durch den relativ flachen Anstellwinkel der Tragflächen benötigt das Modell zwar etwas mehr Geschwindigkeit, um den zum Abheben erforderlichen Auftrieb zu erzeugen, aber die Piste auf unserem Modellflugplatz ist ja lang genug. Die „Islander“ hob brav und gemächlich ab und ich habe erstmal ausreichend Höhe gemacht. Dann folgte der „Abschmiertest“, Gas raus, Modell durch Ziehen am Höhenruder so lange wie möglich in den Geradeausflug zwingen…und erst sehr spät schmiert die „Islander“ dann ziemlich genervt über die Flächen nach links oder rechts ab. Nach ein paar Platzrunden und Probe-Landeanflügen setzte ich dann zur Landung an, schön tief rein und schön aushungern lassen….Piste getroffen, Modell steht, Michael freut sich. Beim Zweitflug hat sich Horst bereiterklärt, ein paar Flugfotos zu schießen…..

Fazit: Also aus meiner Sicht ein unkritisches Modell mit sehr ansprechendem Flugbild und interessantem „Mau-Mau-Mau“-Sound, dieser ist auf den 2 motorigen Antrieb zurückzuführen. Durch die Leichtbauweise kann das Modell auch sehr langsam geflogen werden. Starten und Landen auf der asphaltierten Piste ist jedoch aufgrund der kleinen Reifen und der eher filigranen Fahrwerks-Befestigungen ein Muss. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Modell..UND: es hat nicht jeder….

Die technischen Daten*:

Hersteller:                  JAMARA
Baujahr:                     2009
Spannweite:               1.500mm
Tragflächeninhalt:       ca. 33,6dm²
Länge (über alles):     1.116mm
Gewicht (flugfertig):    1.900g
Schubkraft:                 2.000g
Material Rumpf:           Balsaholz
Material Flächen:         Balsaholz
Material Leitwerke:       Balsaholz
Steuerung:                  Höhe, Seite, Quer, Motoren

Regler:                        2 Stk. XETRONIC 25 BL
Motoren:                      2 Stk. A2212/10-BL
Luftschrauben:            2 Stk. APC 8×4
HR-Servo:                   1 Stk.  High End „Micro“
SR-Servo:                   1 Stk.  High End „Micro“
QR-Servos:                 2 Stk.  High End „Micro“

Flug-Akku:                   1 Stk. LiPo 3S 5000mAh XX,X Volt
Empfänger:                  FrSky „TFR8“

*……alle Angaben ohne Gewähr