Gee Bee „Model Z“ / Modster

 

 

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GRANVILLE BROTHERS AIRCRAFT /  GeeBee „Model Z“ -Das manntragende Original
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Die Firma Granville Brothers Aircraft wurde von 5 Brüdern im Jahre 1925 in Springfield, Massachusetts (USA) gegründet, beschäftigte ca. 12 Mitarbeiter und ging leider bereits schon 8 Jahre nach der Gründung wieder in Konkurs. Die Modellbezeichnung „GeeBee“ geht aus der Abkürzung von Granville Brothers hervor. Gesamt wurden von den Brüdern lediglich 24 Flugzeuge gebaut, heute existieren nur mehr 2 intakte flugfähige Exemplare.

Bei allen Modellen, d.h. bei der „Z“, der „R-1“ und auch der „R-2“ handelte es sich um einsitzige und einmotorige Tiefdecker mit nur einem Zweck: der Teilnahme an den legendären Flugzeug-High-Speed-Rennen. Im Jahr 1932 startete der Flugpionier James Herold „Jimmy“ Doolittle (geb. 1896, gest. 1993) mit einer „R-1″zu einem offiziellen Weltrekordversuch, er konnte diesen Versuch erfolgreich für sich verbuchen und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 476,83km/h !

Technische & sonstige Daten des manntragenden Flugzeuges „GeeBee R-1“

Hersteller:                                GRANVILLE BROTHERS AIRCRAFT
Erstflug:                                   1932
Triebwerk:                                 PRATT & WHITNEY R-1340 (9-Zylinder-Sternmotor)
Hubraum:                                 ca. 22 Liter (1.340 Kubikzoll)
Leistung:                                  ca. 441 kW (600 PS)
Länge:                                      5,60 m
Höhe:                                        1,64 m
Spannweite:                              7,32 m
Rumpfdurchmesser:                   1,55m
Leergewicht:                         ca. 835 kg
Maximales Startgewicht:        ca. 1.396 kg
Geschwindigkeit (max):         ca. 472 km/h
Besatzung:                                 1

Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/Granville_Brothers_Aircraft
                http://de.wikipedia.org/wiki/Granville_Gee_Bee_R-1

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Das RC-Modell der „GEE BEE R-1“ von MODSTER

Der Bausatz

Trotz zahlreicher Vorwarnungen von allen Seiten hinsichtlich des Flugverhaltens der GeeBee-Modelle habe ich mir eine kleine handliche Ausgabe dieser „Zicke“ gekauft. Das Modell war zufällig in Deutschlandsberg lagernd und als Sommeraktions-Artikel mit 25% ermäßigt.
Nun ist ja GeeBee nicht gleich GeeBee. Die R-1 beispielsweise (das ist die ganz kurze kleine Pummelige in weiß-roter Lackierung bei welchem das Seitenruder direkt hinter dem Piloten angebracht ist) ist sicher als „Oberzicke“ zu bezeichnen….ein kurzer Rumpf, eine (durch den Sternmotor erforderliche) Motorhaube mit dem CW-Wert einer Telefonzelle und den kleinen Stummel-Flügelchen…alles Fakten, welche das Abschmieren des Modells ziemlich begünstigen. Zwar fliegen jene Mini-GeeBees (welche ich bereits persönlich gesehen habe) so einigermaßen, die Lösung ist aber relativ simpel: diese Modelle verfügen über einen automatischen Fluglagen-Stabilisator (einem sogenannten Gyro oder Kreisel). Allerdings habe ich für mich beschlossen: bevor ich Flächenmodelle mit Kreisel fliege, verkaufe ich meine Modelle und fange mit Fischen an.

Zurück zu meiner GeeBee. Bei dieser handelt es sich um das „model – Z“, diese war auch im Original schwarz-gelb lackiert und hatte neben einem längeren Rumpf auch eine größere Spannweiten bei den Tragflächen.

Trotz des günstigen Preises machen die Bau- und Kleinteile einen ganz guten Eindruck und sind relativ gut verarbeitet. Da ich das Modell unmittelbar nach dem Bau der „P-47 Thunderbolt“ (mit einem Abfluggewicht von ca. 5kg ein ziemlicher Brocken) in Angriff genommen habe, kommen einem natürlich die 3mm-Motorwelle und die 2mm Draht-Fahrwerke natürlich etwas filigran vor, aber dafür wiegt die GeeBee natürlich auch rund 90% weniger. Was mich jedoch ein wenig nachdenklich stimmte: der Hersteller liefert 3 Ersatz-Luftschrauben und 1 Ersatz-Motorträger mit…komisch, weshalb diese Großzügigkeit ?

Der Zusammenbau

Der Zusammenbau ist vielmehr eine Fertigstellung, Motor und Regler sind ebenso bereits verbaut und verkabelt wie auch die 3 Servos. Es müssen lediglich noch Höhen- und Seitenleitwerk incl. der beiden Ruderhörner eingeklebt werden, die Drähte mit den Rädern und den Radschuhen werden von oben in den Tragflächen mit jeweils 2 Schrauben fixiert. Vor dem Verschrauben der einteiligen Tragfläche mit dem Rumpf an der Unterseite, wird noch der Empfänger platziert und die Servokabel daran angeschlossen. Der Akku ist über eine Öffnung an der Rumpfoberseite zugänglich, welche mit einem kleinen Deckel mit Magnet verschlossen wird. So muss zum Laden oder Wechseln des Akkus die Tragfläche nicht abgeschraubt werden.

Danach müssen nur noch die mitgelieferten Abziehbilder entsprechend der Vorlage angebracht und Luftschraube mit Styro-Spinner auf der Motorwelle montiert werden. Das war’s….

Der erste Testlauf
Also diesen Motoren-Testlauf werde ich garantiert nicht vergessen. Nach schätzungsweise 5 Sekunden Vollgas war zuerst ein lautes Brummen zu hören, gefolgt von einem Knall sowie ein paar quer durch die Werkstatt schwirrenden schwarzen Teile und einer herumhüpfenden GeeBee mit einem losen Motorträger(chen). Was war passiert ? Das Brummen ist eindeutig auf den schwarzen „Hochleistungs-Präzisions-Spinner“ aus Styropor mit einem Inlet aus sehr weichem Kunststoff zurückzuführen, der sich abrupt seiner zunehmenden Unwucht ergeben und sich ziemlich schnell von der 3mm-Motorwelle verabschiedet hat. Dabei kam er jedoch im Zuge des Abflugs noch einer ziemlich schnell drehenden „High-Performance-2-Blatt-Luftschraube“ in die Quere, deren Festigkeit nur knapp über jener eines Essbestecks aus Plastik liegt. Daraufhin hat sich die Luftschraube zu einer Strategie der Verwirrungstaktik entschlossen und sich in mehrere Einzelteile aufgelöst. Das geschah aber leider nicht symmetrisch was ihr wiederum der Motorträger ziemlich übel nahm. Dieser gab sich ziemlich widerstandslos dem ganzen Tumult hin, geriet selbst in Bewegung und beendete auf dieser Art und Weise die Haftung zwischen sich und dem Klebstoff welcher dann schlussendlich auch noch schlechte Laune hatte und seine Verbindung mit dem ihn umgebenden Hartschaum löste. Zum Thema „Klebstoff“: eigentlich hätte auf den Motorträger vom Herstelller ein Warnhinweis angebracht werden müssen mit dem Text „Vorsicht, kann Spuren von Klebstoff enthalten“.
Nun gut, der Motorträger wurde ordentlich mit Beli-Zell eingeklebt, der Spinner dem Gelben Sack zugefügt und ein neuer Propeller montiert.

Der Erstflug
Sonntag, 14.7.2013

Dieser Sonntag verlief bisher für mich nicht unbedingt sehr erfolgreich für mich (der „Gelbe Engel“ hat nach der Landung beim Umkehren eine Windböe erwischt – bzw. sie ihn – und daraufhin ein Rad geschlagen, was die Motorwelle nicht so einfach hinnahm…und bei der Cherokee hat sich im Flug das neue geschleppte Bugfahrwerk vom Rad incl. der Gabel getrennt was beim Landen ein eher unangenehmes Geräusch verursachte..Aluminium+Asphalt=nicht schön…).
Da war es eigentlich dann auch schon egal und so habe ich die „GeeBee“ auf die Piste gesetzt, Gashebel nach vor und Höhe gezogen. Zu meiner Überraschung ist sie nicht gleich abgeschmiert. Allerdings hat das Ding einen Lärm verursacht, der mich gleich an einen losen Motorträger oder eine unwuchtige Luftschraube erinnerte. Folge: eine behutsame Außenlandung im frisch gemähten Feld neben der Piste. Doch wie sich herausstellte waren sowohl Propeller als auch Motorträger in Ordnung. Der Grund für den Lärm war ein anderer: ich hatte versehentlich die Luftschraube verkehrt montiert. Also Luftschraube richtig montiert, noch etwas Tiefe getrimmt, die Radschuhe aus Styropor mit Sekundenkleber repariert und auf zum zweiten Flug…und zum dritten und zum vierten…und das Modell ist immer noch in seiner ursprünglichen Form erkennbar und bis auf ein paar Klebestellen an den beiden Schwachpunkten (den Radschuhen) unbeschädigt. Ob es Spaß macht, dass knapp 700g leichte Modell bei Wind zu fliegen, ist eine andere Frage, aber eines steht fest: an den Poti’s der Steuerhebel am Sender setzt sich garantiert keine Korrosion an.

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Fazit: Für ein Komplett-Modell, welches weniger als € 60,00 kostet, ist das Preis-Leistungsverhältnis absolut OK. Und wem Herausforderungen Spaß machen, der ist mit dieser „gelben kleinen Zicke“ bestens bedient…

Die technischen Daten*:

Hersteller:                   MODSTER
Baujahr:                      2013
Spannweite:                910mm
Gewicht (flugfertig):     674g
Länge (über alles):       740mm
Material Rumpf:            EPO
Material Flächen:          EPO
Material Leitwerke:       EPO
Regler:                         18A
Motor:                          no-name
Propeller:                     no-name
Steuerung:                   Höhe, Seite, Quer, Motor
HR-Servo:                     1x9g
SR-Servo:                     1x9g
QR-Servo:                     1x9g (als Zentralservo für beide Ruder)

Von mir verbaute bzw. verwendete Komponenten*:

Flug-Akku:                    1 Stk. FMS-Lipo 3S / 11,1V 1800mAh 25C
Empfänger:                   MODSTER-AIR / QuickSky S7 (7 Kanal, FASST-kompatibel)
Frequenz:                      2,4 Ghz

*……alle Angaben ohne Gewähr