GRUMMAN F8F „Bearcat“ / Planet Hobby

GRUMMAN F8F "Bearcat" von PLANET HOBBY
GRUMMAN F8F „Bearcat“ von PLANET HOBBY

Fakten zum manntragenden Original der F8F „Bearcat“
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Grumman_F8F)

Bei der F8F „Bearcat“ handelt es sich um ein einsitziges Jagdflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Grumman Aircraft Engineering Corporation, welcher im Jahre 1994 durch den Hersteller Northrop (USA) übernommen wurde und seither als Northrop Grumman Corporation geführt wird. Der Name „bearcat“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „Marderbär“ bzw. „Binturong“ (genau genommen ist der Marderbär aber kein Bär sondern eine Schleichkatze). Aber ist ja auch egal, ich kann jedenfalls keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen dem Tier und dem Flugmodell erkennen. Der erste Flug des Prototyps der F8F-1 erfolgte zwar bereits im August 1944, in Serie wurde dieser Typ aber erst gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) und so wurde dieses Modell nicht mehr im Krieg eingesetzt. Im Jahr 1947 fand der Erstflug der Nachfolgeversion F8F-2 statt, die wesentlichsten Unterschiede waren eine größere Motorleistung durch die Verwendung des PRATT & WHITNEY – Triebwerks „R-2800-30W“ mit 2.250 PS (statt 2.100 PS), einer Modifikation der Bewaffnung sowie der Vergrößerung des Seitenleitwerks.

Eingesetzt wurde die F8F u.a. bei der US NAVY und deren Kunstflugstaffel – den Blue Angels – sowie bei den nationalen Luftwaffen von Frankreich und Thailand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Modell u.a. auch als Renn-Flugzeug modifiziert (Typ F8F-2) und erhielt den Beinamen „Rare Bear„. Diese Version hält immer noch den Geschwindigkeits-Weltrekord für Flugzeuge mit Kolbenmotoren mit einer Geschwindigkeit von über 850 km/h.

Technische Daten der ersten F8F „Bearcat“

Motor:                                  1 PRATT & WHITNEY „R-2400-34W double wasp“
_                                           18 Zylinder Doppelsternmotor mit ca. 2.100 PS
Länge:                                    8,61 m
Spannweite:                         10,92 m
Höhe:                                     4,22 m
Leergewicht:                        3.207 kg
Maximales Startgewicht:      5.873 kg
Maximalgeschwindigkeit:     ca. 680 km/h
Maximale Reichweite:          ca. 1.778 km
Dienstgipfelhöhe:                 ca. 11.800 m


Das RC-Modell der GRUMMAN F8F „Bearcat“ von PLANET HOBBY

Und schon wieder ist es passiert, ein Blick ins Forum von RC-Network und da war sie. Aber vielleicht handelt es sich auch nur um eine unterbewusste Kompensation des Verlustschmerzes, welcher mich seit der Brandbestattung meiner Corsair begleitet.

Der Bausatz

Der Vorbesitzer hatte das Modell bis auf das Zusammenkleben der beiden Tragflächen-Hälften und ein paar in den Flächen eingezogenen Servokabeln unberührt belassen, hier ein paar Fotos…

Der Zusammenbau

Die Tragflächen

Zunächst habe ich mich den Tragflächen gewidmet, die beiden Hälften wurden vom Vorbesitzer bereits mit Epoxi verbunden (ich hoffe, das Steckungsrohr und die Dübel für die Verdrehsicherung wurden von ihm nicht vergessen). Die Flächenservos wurden auf den beiliegenden Servo-Abdeckungen montiert, davor mussten nur noch die Holzquader entsprechend platziert und eingeharzt werden.

Zwar hat der Hersteller zur Anlenkung der Querruder- und Landeklappen stabile Metallstangen vorgesehen, als Verbindung mit den Rudern aber nur Gabelköpfe aus Kunststoff (!) mitgeliefert. Diese habe ich vorsichtshalber durch Exemplare aus Metall ersetzt.

Als Ruderscharniere wurden für die beiden Querruder Exemplare aus reißfestem Papier mitgeliefert, für die mächtigen Landeklappen solche aus Kunststoff mit einer Drehachse aus Metall. Dazu ein guter Tipp: wer wie ich die Scharniere mit Sekundenkleber einklebt und dabei verhindern möchte, dass Kleber in die Drehachse und deren Umgebung gerät:  einfach diesen Bereich mittels einem Streichholz mit ein wenig Kettenfett o.ä. einstreichen (Rückseite nicht vergessen), dort, wo sich das Fett befindet, hat der Kleber keine Chance. Natürlich ist dabei darauf zu achten, dass die restliche Fläche der Scharniere sauber und vor allem fettfrei ist.

Zur Befestigung der Tragflächen sind im hinteren Teil 2 Schrauben M6 vorgesehen, welche durch den (in diesem Bereich verstärkten) hinteren Teil der Tragflächen führen und rumpfseitig ihr passendes Gegenstück in Form von 2 Einschlagmuttern finden. Im vorderen Teil sind 2 Zapfen (Holzdübel) in den Stirnbereich der Tragflächen einzukleben (ich habe mich hier für Weissleim entschieden) und im Rumpf sind an den entsprechenden Stellen noch 2 Bohrungen vorzunehmen.

Um den Aufwand beim Auf- und Abbau zu reduzieren, habe ich auch bei diesem Modell Steckverbindungen mittels MPX-Steckern u. -buchsen erstellt, so müssen nur mehr 2 statt 6 Verbindungen hergestellt werden, zudem kann so ein falsches Einstecken verhindert werden. Eine Steckverbindung dient nur zum Anschluss der 4 Servos in den Tragflächen, die zweite zum Anschluss der beiden Servos des Einziehfahrwerks.

Nach Fertigstellung der Tragflächen wird die halbrunde der Rumpfform angepasste Tragflächen-Abdeckung an der Unterseite angebracht. Vor dem Verkleben mit Epoxid-Harz muss die Klebestelle des GFK-Bauteils aufgerauht und an den entsprechenden Stellen der Tragflächen die Folie entfernt werden. Da die Passform ein wenig zu wünschen übrig lässt und eine Fixierung mittels Maler-Krepp nur wenig erfolgt brachte, habe ich zur Befestigung zusätzlich kleine Schrauben verwendet. In der Abdeckung sind danach noch 2 Öffnungen zu erstellen, durch welche später die beiden M6-Schrauben zur Befestigung der Tragflächen gesteckt werden. Um sich lästiges Ausmessen zu ersparen:  einen dickeren Metallstab ordentlich anheizen, von unten durch das Schraubenloch gerade nach oben führen und wenig später erscheint er unter Abgabe ein paar kleiner Rauchzeichen an der Oberseite. Nun noch den gewünschten Durchmesser anzeichnen und die Öffnung mit dem Dremel erstellen, „fäddich“.

Das Einziehfahrwerk

Eigentlich dachte ich zuerst an einen Scherz, als ich die beiden vom Hersteller mitgelieferten starren Fahrwerke mit den dazugehörenden Befestigungsquadern aus Holz aus der Zubehörschachtel entnommen habe, der Begriff „Fahrwerk“ ist für diese beiden Metallbügel aus meiner Sicht jedenfalls nicht gerechtfertigt. Dieses Modell ist immerhin für den Einbau eines 20 cm³ Verbrenners konzipiert ist und das Abfluggewicht liegt lt. Hersteller bei ca. 6,5 kg.

Aber der Verkäufer hatte diesbezüglich sicher ebenfalls bereits seine Bedenken und 2 elektrische EZFW’s mit den passenden Inlets zum Einbau in die Tragflächen separat dazu gekauft. Es handelt sich zwar um no-name-Artikel, die der Verkäufer in der „elektronischen Bucht“ erstanden hat, aber zumindest dem äußeren Erscheinungsbild nach machen sie einen robusten Eindruck und sind komplett aus Aluminium gefertigt sowie gefedert. Erfahrungswerte hinsichtlich Stabilität und vor allem Zuverlässigkeit wird es vermutlich erst nach dem Erstflug geben.

Zum Einbau der beiden Einziehfahrwerke musste zunächst die Folien an den Unterseiten der Tragflächen aufgeschnitten und entfernt werden. Die Aufnahmen zur Befestigung waren bereits vom Hersteller eingebaut und mussten nur noch geringfügig angepasst werden.

Die bestehenden Aufnahmen für den Einbau des Fahrwerks waren zu klein und mussten ein wenig vergrößert werden. Vor dem Verschrauben wurden die später sichtbaren hellen Stellen noch mattschwarz lackiert. Dem Bausatz lagen zusätzliche Kunststoff-Inlets bei, mit dem die Öffnungen für die relativen langen Fahrwerksbeine in den Tragflächen wieder schön verschlossen werden konnten. Beim Ausschneiden der Inlets empfiehlt es sich, diese vorher mit dem Föhn leicht anzuwärmen, ansonsten splittert das Material sehr schnell und das Ergebnis ist optisch nicht gerade ansprechend. Vor dem Einharzen der Inlets müssen noch die Servokabel der Einziehfahrwerke eingezogen und darunter verlegt werden. Zudem muss die Bespannung der Tragflächen an jenen Stellen entfernt werden, an welchen nachher die Verbindung zwischen Inlet und Tragfläche hergestellt wird. Nach dem Aufrauhen der zu verklebenden Flächen der Inlets wurde dann alles mit Epoxi eingeklebt.

Die Leitwerke

Das Seitenleitwerk ist Bestandteil des GFK-Rumpfs, das 2-teilige Höhenleitwerk hingegen ist noch anzubringen und wird später nicht demontierbar sein. Als Steckungsrohr dient ein ca. 300mm langes Alurohr mit einem Außendurchmesser von ca. 12mm. Als Verdrehsicherungen müssen jeweils 2 Bohrungen in die Wurzelrippen der Höhenleitwerke als auch in die beiden „Stummel“ am Rumpf gemacht werden, in welche jeweils 2 Holzdübel eingeklebt werden. Nachdem alles schön aufgerauht und die Klebestellen gesäubert waren, habe ich dann die beiden HLW’s mittels Epoxi mit dem Rumpf verklebt.

Die beiden Höhenleitwerke sind bei diesem Modell nicht miteinander verbunden und müssen in Folge von 2 separaten Servos betrieben werden. Die Anlenkung ist lt. Hersteller über jeweils 2 miteinander verbundene 300mm lange Metall-Stangen mit einem Durchmesser von 2mm, welche durch bereits im Rumpf eingeklebte Kunststoff-Rohre mit einem Innendurchmesser von 4mm laufen, herzustellen. Doch wie genau die Stangen zu verbinden wären, blieb mir auch nach intensivstem Studium der Bauanleitung unklar. Ich fand auch keine Kleinteile, die dafür in Frage hätten kommen können. Aus diesem Grund habe ich 2 Stangen mit identischem Durchmesser aber 1000mm Länge besorgt und verbaut, so muss nichts „gestückelt“ sondern nur entsprechend abgelängt werden.

Beim Seitenruder habe ich zunächst die Montage der Anlenkung erledigt, dazu wird eine durchgehende Gewindestange verwendet, an den Enden erfolgt die Montage der Gabelköpfe. Danach konnte das Seitenruder eingeklebt werden. Die Ansteuerung ist mittels einem durch den gesamten Rumpf laufenden Stahldraht vorgesehen. Das Seitenruder wird über 2 Stahlseile angelenkt, welche von den Ruderhörnern durch den Rumpf zum Seitenruder führen. Dabei ist der Platz im Bereich der Höhenruder etwas beengt, die Höhenruder somit durch die beiden Seile in Ihrem Ausschlag eingegrenzt, aber: nur bei Tiefe, der Höhe ist keine Grenze gesetzt. So kann ich mit dem Modell zwar leider keine Außenloopings fliegen, aber irgendwo muss man eben auch Kompromisse eingehen :-).

Cockpit & Kabinenhaube

Ein Cockpitausbau im klassischen Sinne war bei diesem Modell kein großes Unterfangen. Eine paar Instrumente sind bereits im Armaturenbrett mittels einem Aufkleber angebracht, die beiliegende Pilotenbüste war jedoch um ca. 5mm zu hoch. Da es sich aber um Weichkunststoff handelte, waren die 5mm „Überschuss“ mit einem scharfen Bastelmesser schnell entfernt. Zur sicheren Befestigung habe ich aus Balsaholz noch eine kleine Befestigungsplatte erstellt und im inneren des Piloten verklebt. Danach wurde der Pilot im Cockpit befestigt. Die Kabinenhaube sollte vor dem Ausschneiden ebenfalls leicht erwärmt werden (leider ist das Material auch hier sehr spröde und splittert sehr schnell). Nach dem ordentlichen Aufrauhen der Klebestellen an Rumpf und Haube, habe ich die Haube anschließend mit UHU-Hartkunststoffkleber am Rumpf angebracht. Dieser Kleber hat den Vorteil, dass er nach dem Aushärten leicht elastisch sowie transparent bleibt und das Material nicht angreift sondern wirklich nur verbindet.

Das Spornrad

Das Spornrad ist bei dieser Modellvariante leider nicht mit dem Seitenruder verbunden und muss somit separat angelenkt werden, zwar ebenfalls über den Seitenruder-Servo, aber zur Anlenkung sind 2 Stahlseile vorgesehen. Was ich aber eher schade finde: zur Befestigung der Trägerplatte des Spornrades, wäre lt. Bauplan auf der Rumpfinnenseite ein Stückchen Holz einzukleben, wörtlich lt. Bauplan „epoxy a little plie of wood„. Dieses soll der Befestigung der gesamten Spornrad-Halterung dienen. Dass das Ganze so den Belastungen für ein 8kg schweres Modell nicht gewachsen ist, war mir klar, einmal kurz in einem Mauseloch einhängen und das Ding ist samt Teilen der Rumpfes weg. Also zunächst mal eine Öffnung an der vorgesehenen Stelle im Rumpf erstellen, danach 2 „Montage- und Revisionsöffnungen“ an beiden Seiten des Rumpfs. Zur Verstärkung und Befestigung der Aufnahme für den gesamten Spornrad-Bauteil habe ich aus Sperrholz einen Träger angefertigt und diesen dann satt mit 24h-Epoxi im Rumpf eingeharzt. Danach kann zuerst das Gestänge mit dem Rad eingeführt und mit einem Stellring befestigt werden (Achtung: vorher 2 Flachstellen am Gestänge erstellen , wo später die Anlenkung befestigt wird !!). Nun müssen zuerst die Seilanschlüsse am „Doppel-Horn“ hergestellt und befestigt werden, Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese nachher nur mehr sehr schwer zugänglich sind, also alles bereits vorher sichern. Nun wird dieser Teil im Rumpfinneren auf das Gestänge aufgeschoben und ebenfalls mit einem Stellring gesichert. Als Letztes müssen die beiden Madenschrauben in den Anlenkungsteil eingeschraubt werden (vorher mit Schraubensicherung versehen). Die Metallplatte an der Rumpfunterseite wird dann noch mit 3 kleinen Schrauben mit dem Trägerholz verschraubt.

Also diese Lösung mit dem Spornrad ist aus meiner Sicht ein totaler Konstruktionsfehler und hat mich gesamt rund 4 Stunden Arbeit gekostet.

Nun führen also 4 Drahtseile (2x Spornrad, 2x Seitenruder) durch den Rumpf nach vorne und müssen mit dem Seitenruder-Servo verbunden werden.

Die Motorisierung

Also wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist mir die Antriebsvariante „Verbrenner“ besonders bei  diesem Modell sehr oft durch den Kopf gegangen. Aber den Einstieg in die Verbrenner-Klasse dann ausgerechnet mit einem Warbird zu beginnen, erschien mir dann doch etwas gewagt. Und da Vereinskollege Andreas zufällig eine passende Kombination von neuem E-Motor (ca. 4 PS) und Regler (120A) übrig hatte, ist mir die Entscheidung zur Elektrifizierung der Bearcat dann nicht mehr so schwer gefallen.

Die Motorenhalterung habe ich mittels 120mm langen Schrauben M6 sowie Distanzhaltern aus Aluminium mit einem Innendurchmesse von 7mm hergestellt und zur Befestigung Einschlagmuttern M6 im Motorspant angebracht. Die Luftschraube musste noch auf eine 10mm-Bohrung erweitert werden, zur Befestigung am Motor wären gesamt 4 Inbusschrauben vorgesehen, ich habe hier aber nur 2 verwendet (da die erforderlichen 2 weiteren Bohrungen im Propeller zu nahe an dessen Rand gelegen wären.). Die Motorhaube war sehr passgenau, zur Befestigung mussten lediglich noch 5 kleine Holzplättchen an der Innenseite der Haube eingeklebt werden, sie dienen als Distanzhalter und ermöglichen somit einen Abzug der Luft, welche durch den vorderen offenen Bereich der Haube einströmt.

Elektrik & Elektronik

Zunächst wurde der Empfänger im Rumpf im Bereich des Piloten positioniert. Um den optimalen 90°-Winkel zwischen den beiden Antennenkabeln zu erreichen, führt eines der Kabel gerade durch den Rumpf nach hinten, das andere durch eine kleine Bohrung hinter dem Piloten in die Cockpithaube. Von den Batterien der Empfängerstromversorgung führt ein Kabel zu einem Ein-Aus-Schalter am Rumpf, zusätzlich habe ich noch eine kleine Kontroll-Platine angebracht, welche Auskunft über den Zustand dieser Akkus gibt.

Vielleicht habe ich mir vor dem Kauf der beiden 5S-LiPo-Akkus zu wenig Gedanken bezüglich Handhabung und Aufladen gemacht. Der Vorteil lag aber darin, dass ich bei Ausscheiden des Modells – aus welchen Gründen auch immer und vorausgesetzt, dass die Akkus noch intakt sind – diese für einige meiner anderen Modell verwenden kann. Für die Bearcat waren aber jedenfalls 10S notwendig (um sie einigermaßen zügig zu bewegen und dabei noch über ein wenig Reserve zu verfügen). Dass ich die Akkus zum Laden aus dem Modell entnehmen muss und dazu die Tragflächen entfernen muss, war mir vorher klar. Nicht bedacht hatte ich aber, dass beim Zusammenhängen der beiden Lipos zu einem 10S-Exemplar, ich diesen dann nicht mehr laden könnte, bei meinem Ladegerät ist bei 8S Schluss. Und nur aus diesem Grund ein neues Ladegerät kaufen ? Nein. Aber wieder einmal hatte meine Kollege Peter eine einfache Lösung parat und hat mir gleich in meiner Werkstatt die notwendigen Lötarbeiten erledigt. Nun sind beide Akkus mit einer MPX-Buchse versehen und können einzeln geladen und balanciert werden.

Um die beiden Akkus von außen „scharfschalten“ zu können, habe ich den sogenannten „Horst-Schalter“ zwischen Regler und die beiden Akkus gehängt und ebenfalls am Motorträger befestigt. Dort sind zudem der Regler und auch die 5 Akkus für die Empfängerstrom-Versorgung platziert.

Die Verbindung der 4 Servos und den beiden Einziehfahrwerken in den Tragflächen erfolgt über 2 Steckverbindungen mittels MPX-Buchsen und-steckern. So wird der Aufwand für Auf- und Abbau erheblich reduziert und eine gewisse Sicherheit gegen versehentliches „Verpolen“ ist somit ebenfalls gegeben.

Der Zusatztank

Um ehrlich zu sein: ich halt das Ding beim Auspacken eigentlich für ein „militärisch motiviertes Vernichtungsmittel für den Kriegseinsatz“, also eine Bombe. Das World Wide Web hat mich dann aufgeklärt, beim manntragenden Original handelt es sich natürlich um einen Zusatztank zur Erhöhung der Reichweite. Je nach Modell-Variante des Tanks konnten so in etwa 600 Liter Treibstoff zusätzlich mitgeführt werden. Um den Scale-Charakter beizubehalten, habe ich mich entschlossen, den „Knubbel“ ebenfalls zu vebauen. Dazu muss zunächst die Klebestelle an der Tragflächen-Abdeckung aufgerauht werden, ebenso wie jene am Tank. Dann wird das Bauteil einfach mit Epoxid-Harz an die Tragflächen-Unterseite geklebt. Und wer weiß, vielleicht rettet der Tank ja bei einem eventuellen Ausfall des Einziehfahrwerks im Landeanflug den Prop :-).

 Programmieren, Messung Stromfluss und Schubkraft

Und wie immer war mir Vereinskollege Peter auch bei diesem Modell wieder dankenswerter Weise bei der Programmierung und sonstigen Einstellungen behilflich. Nach der Programmierung stand zunächst die Messung des Stromflusses unter Volllast und Verwendung einer 22×10″-E-Luftschraube von APC und den beiden 5S-LiPo’s auf dem Programm. Das Ergebnis: bei 80% Gas rund 110A, das war eindeutig zu viel, nicht für den Regler aber auf Dauer für den Motor, welcher lt. Hersteller auf max. 80A Belastung ausgelegt ist. Also habe ich am gleichen Abend einen 20×10″-Prop sowie einen 20×8“ bestellt, mit einem der beiden müsste das gewünschte Ergebnis dann zu erzielen sein. 2 Tage später waren die beiden Props da, zu Hause schnell auf 10mm aufgebohrt und 2 die Löcher für die Schraubenbefestigungen gebohrt und ab zum Flugplatz. Und siehe da: mit dem 20×10“ zieht die Katze „nur“ mehr um die 90A (und das im Stand bei Vollgas, also werden es im „normalen“ Flugbetrieb dann nicht viel mehr als 75-80A bei Vollgas sein). Erfreulicher & positiver Nebeneffekt: die Messung des Schubs auf der asphaltierten Piste ergibt, dass die Katze mit mehr Schub lossprinten will als sie wiegt, nämlich rund 8,2kg (bei einem Abfluggewicht von 8,0kg).

Der Erstflug
Donnerstag, 23.7.2015

Nachdem beide Akkus vollgeladen und die letzten Trimmungen und Einstellungen durch meine Kollegen Christian und Peter durchgeführt waren, habe ich meinen Sender wieder vertrauensvoll in die Hände von Christian gelegt, der Erstflug war mir bei diesem Modell ganz einfach zu heikel. Aber Christian ist da die Ruhe in Person und fliegt in der Regel mit allem, was aerodynamischen Auftrieb entwickelt. Fahrwerk rein, Überziehtest in sicherer Höhe, Klappen-Test, Trimmungen, ein paar schöne Überflüge „warbirdlike“ und ca. 5 Flugminuten später hatte die Katze nach einer Traumlandung wieder sicheren Boden unter den Pfötchen. Die Ausschläge (insbesonders jene der Querruder) konnten drastisch reduziert werden, ansonsten eigentlich alles OK. Stromverbrauch nach dieser Flugzeit: beide Akkus waren noch rund zu 40% voll. Auch das war sehr beruhigend.

Also Akkus nochmals laden und Start zum „Zweitflug“, ebenfalls durch Christian, ich musste mich ja schließlich um die Fotos kümmern 🙂 Hier die Ergebnisse:

Die technischen Daten*:

Spannweite:                 1.860mm
Gewicht (flugfertig):      8.000g
Schub**:                        8.200g
Länge (über alles):        1.400mm
Material Rumpf:             GFK
Material Flächen:           Rippenbauweise, balsabeplankt, mit ORACOVER-Folie bespannt
Steuerung:                     Höhe, Seite, Quer, Landeklappen, Motor, Einziehfahrwerk
Ausführung:                   ARF
Hersteller:                      PLANET HOBBY
**….mit den u.a. verbauten Komponenten

 

Von mir verbaute Komponenten:
Motor:                         1 Stk. HOBBYKING „Rotomax 1.6“, 2.960W (ca. 4,0PS)
Flug-Akku:                   2x WELLPOWER LiPo-Akku 5S – 5000mAh, 18,5V mit
                                     High Current Switch „HCSW1“, made by Horst 🙂
BEC:                            5x Xcell NiMh-Akkus 3800mAh à 1,2V
Propeller:                     1x APC-E 22×10″
BL-Regler:                    Y E P “120A” / Maximalbelastung 140A
Empfänger:                   FUTABA “R6008HS Fasst”
Frequenz:                     2,4 Ghz
QR-Servos:                   2 Stk. HITEC „HS-5945MG“
LKL-Servos:                  2 Stk. HITEC „HS-7954SH“
HR-Servo:                     1 Stk. HITEC „HS-7954SH“
SR-Servo:                     1 Stk. HITEC „HS-7954SH“
Räder Hauptfahrwerk:    2 Stk. Luftreifen 4″ (ca. 102mm)
Einziehfahrwerk:            2 Stk., Hersteller nicht eruierbar (jedenfalls nicht PICHLER)
Bauzeit:                          ca. 40 Stunden
*….alle Angaben ohne Gewähr