Lexikon

Auf dieser Seite habe ich zahlreiche Themen und Fachbegriffe aus der Fotografie zusammengetragen und den Versuch gewagt, die Daten in einer Art Nachschlagewerk einigermaßen übersichtlich, nachvollziehbar und komplett (und natürlich korrekt) darzustellen und mit eigenen Beispielbildern und Grafiken zu ergänzen. In der Regel beziehen sich die Angaben auf die digitale Fotografie mittels Spiegelreflex-Kameras und sind so weit möglich neutral gehalten (d.h. ohne Bezug auf bestimmte Hersteller).*
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A

Abblend-Taste
Durch die Betätigung der Abblendtaste stellt die Kamera auf jenen Blendenwert um, welchen die Kamera selbst ermittelt hat bzw. welcher vom Benutzer zuvor eingestellt wurde. Das Abblenden ermöglich die Kontrolle der Schärfentiefe im Sucher noch bevor der Auslöser gedrückt wird.

„A“-Modus (auch „Av“) Zeitautomatik / Belichtungsprogramm

In diesem Modus wird lediglich die Blende manuell eingestellt, die Kamera ermittelt dann automatisch die passende Belichtungszeit dazu. Je nach Kamerahersteller ist dieses Programm entweder als „A“ für „Aperture Priority“ oder „Av“ für „Aperture value“ gekennzeichnet.

Akku

Auch bei den Fotokameras hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, die Akkus wurden kleiner, leichter, zugleich leistungsfähiger und liegen trotzdem preislich gesehen „im Rahmen“. So ist ein beispielsweise ein neuer Original-Akku „EN-EL15“ (Lithium-Ionen, 7.0V, 14Wh, 1900mAh)  von NIKON für die D7000-Kamera bereits ab rund € 50,00 zu haben (Stand Jänner 2014), für ein adäquates Fremdprodukt mit den selben Leistungen sind in etwas € 25,00 fällig. Es muss jeder für sich entscheiden, ob er die Kamera ausschließlich mit Original-Akkus oder auch mit Fremd-Akkus betreibt. Ein kleiner Tipp am Rande: wer seine Kamera zum Service oder zur Reparatur abgibt, sollte bei Verwendung eines Fremdakkus diesen gegen den Original-Akku austauschen, nahezu alle Hersteller verweisen in Ihren Bedienungsanleitungen darauf hin, dass bei der Verwendung von „Nicht-Original-Hersteller-Teilen“ die Garantie erlischt
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Auflagemaß
Das „Auflagemaß“ ist eine Größe, welche den Abstand zwischen dem Sensor (in der analogen Fotografie: dem Film) und dem Objektiv-Anschluss der Kamera angibt. Dieser ist je nach Kamera- bzw. Objektivhersteller unterschiedlich.

Autofokus (AF, automatische Fokussierung)

Im Autofokus-Modus übernimmt die Kamera das Scharfstellen des zu fotografierenden Motivs. Dabei gibt es unterschiedliche Fokussierungs-Arten, wie z.B. den Einzelfokus (wird bei Motiven angewendet, die sich nicht bewegen) oder den Kontinuierlichen Autofokus (für Motive, die sich bewegen.). Die Wahl der Fokusart, d.h. Autofokus oder Manueller Fokus hängt in erster Linie vom Motiv ab.
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AF-Hilfslicht (Autofokus-Hilfslicht)

Beim Autofokus-Hilfslicht handelt es sich um eine in der Kamera integrierte Lichtquelle welche bei schlechten Lichtverhältnissen dem Autofokus hilft korrekt scharf zu stellen. Bei der Verwendung von Motivprogrammen bestimmt die Kamera, ob das Hilfslicht zugeschaltet wird oder nicht.

Antialiasing / Alias – Effekt

Anti-Aliasing dient zur Reduktion des sogenannten „Alias-Effektes“. Der Alias-Effekt entsteht bei der Digitalisierung von Analog-Signalen und zeigt sich z.B. durch die Darstellung von wellenförmigen unregelmäßigen Kanten (die im Original glatt und eben sind). Das Anti-Aliasing kann entweder elektronisch bereits bei der Signalverarbeitung durch die Kamera-Software erfolgen (=Prefiltering) oder aber optisch durch einen Antialiasing-Filter. Um einen Spezialfall des Alias-Effektes handelt es sich beim sogenannten Moiré-Effekt.

Auslösepriorität

Bei dieser Betriebsart wird umgehend ein Foto gemacht, sobald der Auslöser gedrückt wird (unabhängig davon, ob das Motiv scharf abgebildet wird oder nicht). D.h. die Priorität liegt bei der Auslösung, im Gegensatz zur sogenannten Schärfepriorität.

Auslösungen auslesen („shutter count“)

Im Internet gibt es diverse Webseiten, wo mittels Hochladen eines Fotos die Anzahl der bisherigen Auslösungen eruiert werden kann, welche mit jener Kamera erstellt wurde, mit der das hochgeladene Foto aufgenommen wurde. Entsprechende links zu den Webseiten finden Sie auf meiner Seite „Links“ im Bereich „Infos, Foren& Vereine
Bei NIKON ist das Ganze relativ einfach, dort ist die Anzahl der bisherigen Auslösungen auch in den Exif-Daten unter dem tag „Total Pictures“ ersichtlich.
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„Auto“-Modus (Voll-Automatik-Modus) / Belichtungsprogramm

In diesem Modus bestimmt die Kamera, wo’s lang geht, manuelle Einstellungen sind nicht möglich. Diese Betriebsart empfiehlt sich meist dann, wenn ein schneller Schnappschuss gemacht werden soll oder man auf Nummer sicher gehen will.

 

Available-light („vorhandenes, verfügbares Licht“)

Wird bei schlechten Lichtverhältnissen oder auch im Zeitraum der morgendlichen oder abendlichen Dämmerung fotografiert, und dabei bewusst auf die Zuhilfename von zusätzlichen oder künstlichen Lichtquellen verzichtet, spricht man von der sogenannten „Available-light“-Fotografie, man nützt also nur das aktuell verfügbare Licht.
Siehe dazu auch „Goldene Stunde“


B

Balgen-Gerät

Mittels einem Balgengerät wird eine in Längsrichtung verschiebbare und somit flexible Verbindung zwischen der Kamera und einem Objektiv hergestellt, das Verschieben erfolgt dabei manuell über eine Art Schienensystem. Verwendet wird diese Variante in der Makro-Fotografie. Der Vorteil liegt darin, dass die Gegenstandsweite (d.h. der Abstand zum Objekt) wesentlich reduziert und im Gegenzug die Bildweite als auch der Abbildungsmaßstab vergrößert werden.
 

Belichtungskorrektur
Bei der sogenannten „Belichtungskorrektur“ werden absichtlich die von der Kamera ermittelten Belichtungswerte verändert um das Foto heller bzw. dunkler zu gestalten.

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Belichtungsmessung

Mit der Belichtungsmessung werden die notwendigen Einstellungen von Blende und Verschlusszeit ermittelt, um ein richtig belichtetes Foto zu erzeugen. Im Automatik-Modus geschieht dies automatisch mittels der Kamerasoftware, je nach Einstellung kann diese Messung aber auch manuell erfolgen. Weiters gibt es sogenannte externe Belichtungsmesser, diese Messgeräte zeigen dann die entsprechenden Werte an welche vom Fotografen an der Kamera eingestellt werden müssen.

Belichtungsreihe

Bei einer Belichtungsreihe werden je nach Software der Kamera vom selben Motiv zwischen 3 und 7 Bilder mit unterschiedlichen Belichtungswerten gemacht, dies geschieht automatisch mit nur einer Auslösung. Dabei können die unterschiedlichen Abstufungen der Werte vom Fotografen vorgegeben werden (z.B. + oder – einer halben oder drittel Blendenstufe)

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist neben der Blende der zweite Hauptfaktor um ein korrekt belichtetes Foto zu erhalten, dabei gibt die Belichtungszeit jene Zeitspanne an, für welche der Sensor (bzw. bei der analogen Fotografie der Film) dem einfallenden Licht ausgesetzt ist. Moderne Spiegelreflexkameras verfügen über einen Umfang zwischen 1/8000 Sekunde als kürzeste und 30 Sekunden als längste Belichtungszeit, bei Langzeitbelichtungen kann die Zeit theoretisch auch auf unendlich eingestellt werden, d.h. beim Drücken des Auslöser startet die Aufnahme und bei erneutem Drücken (bzw. nach dem der Akku leer ist) wird die Aufnahme beendet.

Benutzerdefinierte Aufnahmeeinstellungen (bei NIKON „U1“ und „U2“ auf dem Wählrad)

Je nach Hersteller und Typ (=Preissegment) der Kamera, können vom Fotografen 1 oder mehrere zuvor gewählte Aufnahmeeinstellungen gespeichert und so bei Bedarf einfach wieder abgerufen werden.

 

Beugungs-Effekt (Diffraktion)

Beim „Beugungs-Effekt“ handelt es sich um einen Begriff aus der Physik. Prinzipiell können Beugungen bei jeder Art von physikalischen Wellen auftreten, dazu zählt auch Licht. Licht besteht aus Farben unterschiedlicher Wellenlängen welche wiederum unterschiedliche Beugungen erzeugen. Beugungen entstehen durch die Bildung von neuen Wellen entlang einer sogenannten Wellenfront. Der Beugungs-Effekt ist somit ein Faktor, welcher das Auflösungsvermögen eines Objektivs begrenzt.
 

Bewegungsunschärfe

Bewegungsunschärfen sind in der Regel unerwünscht und sind – sofern nicht beabsichtigt – das Resultat von einer falschen Kombination zwischen Blende und Verschlusszeit. Doch sie können auch durchaus absichtlich als Stilmittel in der Fotografie eingesetzt werden z.B. um Geschwindigkeit in einem Foto wiederzugeben, klassische Beispiel dafür sind der sogenannte Mitzieh-Effekt sowie fließendes Wasser. In den Anfängen der Fotografie waren die chemischen Emulsionen zur Erzeugung eines Fotos sehr licht-unempfindlich, aus diesem Grunden durften sich z.B. Personen einige Sekunden lang überhaupt nicht bewegen da eine Bewegung zu einer Bewegungsunschärfe auf dem Foto führte. Nachstehend ein typisches Beispiel einer nicht beabsichtigten Bewegungsunschärfe, das Kind lief während der Aufnahme des Fotos zu seiner Mutter ins Bild und ist nur verwischt zu erkennen:

Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe

Bildinformationen
siehe „Exif-Daten

 

Bildrauschen

Beim Bildrauschen handelt es sich um eine Qualitäts-Verschlechterung des aufgenommenen Fotos. Meist wird das Bildrauschen erst beim Vergrößern von Teilbereichen im Foto sichtbar und sind von der Auswirkung her betrachtet mit der Körnung auf konventionellem Fotopapier zu vergleichen.
Das Bildrauschen unterteilt sich abhängig von der Auswirkung bzw. der Ursache in farbiges Rauschen (Chrominanzrauschen), graustufiges Rauschen (Luminanz- oder Helligkeitsrauschen), Quantisierungsrauschen (wird durch die Umwandlung von Helligkeitswerten in Zahlen verursacht) etc.
Folgende Faktoren bewirken in der Regel einen Anstieg des Rauschens:
  • Erhöhung des ISO-Wertes bei der Aufnahme
  • Temperaturanstieg des Sensors (z. B. durch längeres Exponieren der Digital-Kamera in der Sonne oder im Sommer im Auto)
  • Erhöhung der Belichtungszeit
 
Das Bildrauschen kann nicht komplett verhindert, durch verschieden Maßnahmen aber erheblich reduziert werden. So verfügen beispielsweise die meisten Digitalkameras über eine Rauschunterdrückung, die je nach Kameratyp standardmäßig aktiviert ist oder manuell zugeschaltet werden kann. Aber auch mittels Bildbearbeitungs-Software
kann das Bildrauschen nachträglich korrigiert werden. In der Astro-Fotografie kommen sogar Kameras zum Einsatz, deren Sensor durch einen eigenen Kühlkreislauf auf einer möglichst niedrigen Temperatur gehalten wird.

Bildbearbeitungs-Software (auch „Grafik-Software“)

Durch die Einführung der digitalen Fotografie wurde automatisch auch die Bildbearbeitungs-Software ein Thema. Sie dient u.a. zur Anzeige und Nachbereitung von digital erstellten Fotos. In der professionellen Fotografie verlässt vermutlich kein einziges Foto den PC des Fotografen, das zuvor nicht digital (nach)bearbeitet wurde. Die Möglichkeiten sind (fast) unendlich, ob sinnvoll oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden und ist auch abhängig davon, was der Fotograf mit seinen Bildern zu tun beabsichtigt. Ich erwähne bei diesem Thema immer gerne die Geschichte von der US-amerikanischen Schauspielerin Cindy Crawford: eine renommierte Modezeitschrift veröffentlichte im Jahre 1998 Bilder von Cindy in Bademode, was erst den Lesern auffiel: der zuständige Grafiker hatte so lange am Bild herumgebastelt und dieses „geschönt“, dass er aus Versehen auch den Bauchnabel von Cindy wegretouschiert hatte. Ob ein Foto digital bearbeitet wurde oder nicht ist bei einem „guten“ Bild für den Laien nicht mehr erkennbar und kann im Zweifelsfall nur mehr von einem Fachmann mit entsprechender Software geklärt werden, dafür hat sich in den vergangenen Jahren eine eigener Wissenschaftszweig gebildet, die sogenannte Bild-Forensik.
Bildbearbeitungs-Programme gibt es u.a als kostenlose Software (sogenannte Freeware), wie z.B. Gimp, IrfanView, Picasa etc. Leistungsfähigere Software-Versionen sind jedoch nur käuflich und meist mit Lizenzierungen erhältlich und können schnell zwischen € 100,00 und mehreren Tausend € kosten.
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Bild-Forensik
Bei der digitalen Bild-Forensik handelt es sich um einen Teilbereich der Multimedia-Forensik. Sie beschäftigt sich im Anlassfall mit der Untersuchung, ob ein digitales Bild nachträglich bearbeitet wurde oder nicht. Dabei nützen die Forensiker speziell entwickelte Software. Um den Ursprung eines digitalen Bildes zu bestimmen, werden viele unterschiedliche Fakten untersucht, wie z.B. mögliche Abbildungsfehler, das Rauschverhalten, der Weißabgleich, mögliche Pixelfehler usw. Denn in der Regel haben die unterschiedlichen Sensoren, Objektive, Software-Versionen der zahlreichen Hersteller jeweils ihre eigene Charakteristik und hinterlassen so eine Art „digitalen Fingerabdruck“ im Foto.

Bildsensor
Der Bildsensor dient zur Aufnahme des durch das Objektiv einfallende Licht und stellt im Grunde genommen die zentrale Einheit einer Digitalkamera dar. Im Wesentlichen kommen hierbei 2 unterschiedliche Sensortypen zum Einsatz:

a) CCD (charge-coupled device, „ladungs-gekoppeltes Bauteil)

Dieser Sensortyp wurde bereits Ende der 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entwickelt und sollte ursprünglich der Speicherung von elektronischen Daten dienen. Man entdeckte jedoch als Nebeneffekt, dass die verwendeten Bauteile lichtempflindlich waren und so wurde die Entwicklung in eine andere Richtung gelenkt. Mitte der 70-er Jahre fanden die ersten CCD-Sensoren in Fernsehkameras Anwendung. Die beiden Erfinder (Boyle und Smith) erhielten übrigens für diesen Sensor im Jahre 2009 den Physik-Nobelpreis. Ein wesentlicher Nachteil dieses Sensortyps: einem Verstärker sind mehrere Pixel zugeordnet was einerseits zu einem erhöhten Rauschen führt und andererseits den Blooming-Effekt wesentlich verstärkt.
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b) APS (active Pixel Sensor, „aktiver Pixel-Sensor), auch CMOS genannt (complementary metal oxide semi-condurctor, „komplementärer Metalloxid-Halbleiter)

Bei diesem Sensortyp handelt es sich um die verbesserte Weiterentwiclung des CCD-Sensors. Der größte Vorteil beim APS liegt darin, dass die Spannung jedes einzelnen Pixels separat ausgelesen werden kann. Zwar befinden sich dadurch konstruktionsbedingt sehr viele elektronische Komponenten zwischen den Pixeln, da diese aber stetig weiterentwickelt und verkleinert wurden, war der Nachteil der geringeren Lichtempfindlichkeit in Vergleich zu einem CCD-Sensor bald auf ein geringes Maß reduziert. APS-Sensoren verursachen wesentlich geringeres Rauschen und auch der Blooming-Effekt wird dabei auf ein Minimum reduziert. Diese Sensoren werden heutzutage nicht nur in Digitalkameras sondern auch in Videokameras sowie in Mobiltelefonen verbaiut.

Bildstabilisator (optisch-elektronisch)

Der Bildstabilisator dient der Vermeidung von Unschärfen in einem Foto, welche nicht durch Bewegungen des Motivs sondern durch das Verwackeln während der Aufnahme durch den Fotografen entstehen (z.B. bei einer Freihand-Aufnahme mit zu langer Belichtungszeit). Als Faustregel hat sich dabei folgende Formel bewährt: Kehrwert der verwendeten Breite = maximale Belichtungszeit. Dies bedeutet, dass bei einem „ruhigen Händchen“ und der Verwendung eines 500mm-Teles die Belichtungszeit nicht länger als 1/500 Sekunde sein sollte. Kann kein Stativ verwendet werden oder die Kamera auf einem festen Untergrund platziert werden, leistet ein elektronischer Bildstabilisator wertvolle Dienste, wobei der Stabilisator entweder in der Kamera beim Bildensor oder im Objektiv angebracht ist. Moderne Objektive mit Bildstabilisierung bieten meist 2 Einstellungen, somit können entweder nur horizontale oder horizontale und vertikale Bewegungen durch die Elektronik kompensiert werden. Ob ein Objektiv mit einer Bildstabilisierung ausgestattet ist oder nicht, geht meistens aus der Typenbezeichnung hervor, so versieht TAMRON beispielsweise die Objektive mit dem Zusatz „VC“ (für Vibration Compensation), SIGMA mit „OS“ (für Optical Stabilizer), NIKON mit „VR“ (für Vibration Reduction), PENTAX mit „SR“ (für Shake Reduction-System) oder OLYMPUS mit „IS“ (für Image Stabilization)

 

Blende

Die „Blende“ ist eine mechanische Vorrichtung im Objektiv. Sie regelt die Lichtmenge, welche durch das Objektiv auf den Kamerasensor trifft. In der Regel erfolgt dies über sogenannte Lamellen, diese sind kreisförmig im Objektiv angeordnet und überlappen sich mehr oder weniger (je nach Einstellung der Blende), so entsteht ein kreisförmiger Durchlass. Die Einstellung der Blende wird als Blendenzahl angegeben, dabei gilt: kleine Blendenzahl = große Öffnung, große Blendenzahl = kleine Öffnung. Die Blendenzahl gibt das Verhältnis zwischen Brennweite und Blendenöffnungsweite an. Die Blende hat sowohl Einfluss auf die Belichtungszeit als auch auf die Tiefenschärfe, hier gilt: kleine Blendenzahl = enge Tiefenschärfe, große Blendenzahl = weite Tiefenschärfe.
 
 

Blendenzahl
siehe „Blende“

Blooming („Ausblühen“, engl. „bloom“)

Blooming ist ein Bildfehler äußert sich durch einen sehr hellen Streifen im Bild, der an einer sehr hellen bzw. überbelichteten Stelle im Bild seinen Ursprung hat. Die Ursache dafür ist relativ simpel: eine Überbelichtung bedeutet, dass die Pixel des Sensors an dieser Stelle ihre maximale Ladungskapazität erreicht haben und jede weitere Ladungsmenge an ihre unmittelbar benachbarten Pixel weitergeben. Sind auch diese gesättigt, geben auch sie die Ladungen weiter. Dieser Effekt tritt in der Regel bei älteren Digitalkameras auf, welche noch mit einem CCD-Sensor ausgestattet sind.

Blitzlicht
Ein Blitzlicht dient in der Fotografie als zusätzliche Lichtquelle um ein Motiv und/oder die Umgebung besser auszuleuchten. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, je nach Zeitpunkt, zu welchem der Blitz betätigt wird, entstehen unterschiedliche Stimmungen. Bei einem „normalen“ Blitz muss dieser genau zu jenem Zeitpunkt erfolgen, bei welchem der Verschlussvorhang zu 100% geöffnet ist und der Kamerasensor (in der analogen Fotografie der Film) komplett frei ist. Unterschieden wird im wesentlichen zwischen:
a) integriertem Blitz:                   der Blitz ist in der Kamera integriert, die Stromversorgung erfolgt über den Kamera-Akku
b) aufsteckbarem Blitz:               das Blitzgerät ist ein eigener Bauteil und wird auf dem Blitzschuh der Kamera aufgesteckt, er hat i.d.R. eine eigenen Stromversorgung
c) Hand-Blitz                               das Bitzgerät wird in der Hand gehalten um es flexibler platzieren zu können..
d) Blitzanlagen („on-location“)    dabei handelt es sich um professionelle Blitzgeräte bzw. besser gesagt ganzen Anlagen

Bokeh

Der Begriff „Bokeh“ stammt aus der japanischen Sprache und bedeutet übersetzt in etwa so viel wie „verschwommen“ oder „unscharf“. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Bildfehler sondern um einen in der Regel gewünschten Unschärfe-Effekt des Vorder- und/oder Hintergrundes. Ziel ist es dabei, den Blick des Betrachters von der Unschärfe (z.B. Hintergrund) zur Schärfe (z.B. Tier, Person, Pflanze…) zu lenken. Das Bokeh entsteht aufgrund der optischen Eigenschaft des Lichtes und dessen Brechung: dort, wo das Bild unscharf ist, wird das durch die Blende einfallende Licht nicht als Punkt sondern als Scheibe wiedergegeben, dabei nimmt es die Form der Eintrittsöffnung – also der Blende bzw. den Blendenlamellen – an, dabei gilt: je höher die Anzahl der Lamellen um so runder die abgebildete Scheibe. BNei sogenannten Spiegellinsen-Objektiven kommt es aufgrund deren Konstruktion dazu, dass das Bokeh nicht durch Scheiben sondern durch Ringe entsteht.
Ob ein Bokeh „schön oder nicht schön ist“, hängt in erster Linie vom Auge und Geschmack des Betrachters ab, es handelt sich um ein nicht objektiv beurteilbares Stilelement in der Fotografie.
 

Bracketing
siehe „Belichtungsreihe

Brennweite
Die Brennweite ist ein Maß für den Abstand zwischen der Hauptebene einer Linse und dem Brennpunkt (Fokus). Aus dem Verhältnis zwischen Brennweite und dem Aufnahmeformat ergibt sich bei der Fotografie der Bildwinkel. In der Regel gilt:
große Brennweiten entstehen durch die Verwendung von flachen bzw. schwach gekrümmten Linsen
kleine Brennweiten entstehen durch die Verwendung von gewölbten bzw. stark gekrümmten Linsen.
2 kleine Skizzen hinsichtlich des Strahlverlaufs bei leicht bzw. stark gekrümmten Linsen habe ich hier erstellt:

Linsenkrümmung
Linsenkrümmung

Bulb-Modus
siehe „Langzeit-Belichtung



C

CCD-Sensor (charge-coupled device, „ladungsgekoppeltes Bauteil“)
siehe Bildsensor

Chromatische Abberation („CA“)

Hierbei handelt es sich um einen Abbilldungsfehler bei optischen Linsen. Der Grund für die CA: Licht mit unterschiedlichen Wellenlängen – d.h. verschiedene Farben – werden von der Linse unterschiedlich gebrochen (z.B. kurzwelliges rotes Licht stärker als langwelliges blaues). Dabei kann es zu 2 Arten der CA kommen:
a) Farbquerfehler (Farbsäume speziell an Übergängen von Hell zu Dunkel) und
b) Farblängsfehler (vor bzw. hinter der Fokusebene treten verschiedene Verfärbungen auf).
Als Gegenmaßnahme gibt es Objektive mit speziellen Linsen, deren Gläser verschiedene Wellenlängen aufweisen, diese werden dann entweder als achromatisch (diese beschränken sich auf das Zusammenführen der am stärksten abweichenden Farben Rot und Blau) oder als apochromatisch (dabei wird zusätzlich auch noch die Farbe Grün korrigiert) bezeichnet. Hier als Beispiel eines typischen Farbquerfehlers:
Chromatische Abberation
Chromatische Abberation
 

CMOS-Sensor (complementary metal oxide semi-condurctor, „komplementärer Metalloxid-Halbleiter)
siehe Bildsensor

Crop-Faktor
siehe Formatfaktor

 


D

Dead Pixel („tote Pixel“)
Bei einem „dead pixel“ handelt es sich um einen Pixelfehler, wobei der Pixel keine Ladung (also kein Licht) aufnimmt und somit dauerhaft dunkel bleibt. Die Ursache dafür ist meist ein Fertigungsfehler.
Siehe dazu auch Hot Pixel und Pixelfehler

Diffraktion
siehe „Beugungs-Effekt“

Digitales Zoom

Beim „Digitalen Zoom“ in der Fotografie erfolgt die Vergrößerung über die Kamera-Software und nicht über die optischen Linse(n) des Objektivs. Dabei wird ein bestimmter Bildausschnitt als Grundlage genommen und mittels Interpolation vergrößert und auf dem Sensor ausgegeben. Da diese Bild quasi „mathematisch“ erstellt wurde und im Zuge der Berechnungen vielen Näherungswerten „zum Opfer gefallen ist“, hat dieses Bild nie die Qualität im Vergleich zu einem Bild, welches mit eiinem optischen Zoom oder einem Teleobjektiv mit identischer Brennweite aufgenommen wurde. Ein klarer Vorteil des Digital-Zooms ist die Kompaktheit, deshalb sind hauptsächlich Kompakt-Kameras mit einem zusätzlichen Digital-Zoom ausgestattet (siehe dazu auch „Telezoom-Objektive„) Nachstehend habe ich ein paar Beispiel- bzw. Vergleichsbilder von Motiven mit unterschiedlichen Kameras bzw. unterschiedlichen Objektiven zusammengestellt, sie beinhalten sowohl Aufnahmen mit klassischen optischen Linsen-Objektiven als auch mit digitalen Zooms:

Motiv: Sendemast Dünserberg „Hensler“, Distanz zwischen Kamera und Motiv: ca. 4,8 km
(nicht alle Aufnahmen erfolgten am selben Tag)
 
Motiv: Drehrestaurant „Hoher Kasten“, Distanz zwischen Kamera und Motiv: ca. 17 km
 

Doppelbelichtung (bzw. Mehrfachbelichtungen)

Bei einer Doppelbelichtung werden 2 oder mehrere Ebenen in einem einzigen Foto festgehalten. Hat man bei den frühen (analogen) Fotoapparaten, bei welchen der Filmtransport nicht automatisch erfolgte, den manuellen Weitertransport des Films vergessen, erhielt man den selben Effekt (größtenteils aber unbeabsichtigt). Moderne digitale Spiegelreflex-Kameras bieten im Menü die Option „Mehrfachbelichtungen“, dort kann die Anzahl (meist 2 oder 3) der Bilder ausgewählt werden, die einem einzigen Foto abgebilder werden sollen. Damit das anschließende Foto nicht überbelichtet wird, errechnet die Kamera-Software die Summe der Teil-Belichtungen und bildet einen Durchschnittswert. Eingesetzt werden Doppel- bzw. Mehrfachbelichtungenin erster Linie als künstlerisches Element in der Fotografie, wobei dieser Effekt auch mittels geeigneter Bildbearbeitungssoftware erzielt werden kann.
 

Drittel-Regel

Bei der „Drittel-Regel“ handelt es sich um einen Begriff aus der Bild-Gestaltungslehre und dieser bezieht sich auf die Platzierung der zu fotografierenden Motive und deren Proportionen bezogen auf das Gesamtbild. Oft ist auch von der „Zwei-Drittel-Regel“ oder vom sogenannten „Goldenen Schnitt“ die Rede. Bei dieser Regel wird der Bildausschnitt in Gedanken in 9 gleich große Quadrate aufgeteilt. Das bedeutet, es werden jeweils 2 senkrechte sowie 2 waagrechte Linien durch das Bild gezogen. Auf diese Weise entstehen 4 Schnittpunkte. Das Motiv wird nun auf einem der beiden unteren Schnittpunkte platziert.
 
Drittel-Regel...
Drittel-Regel…

Moderne Kameras verfügen übrigens bereits über die Möglichkeit, dass Gitterllinien in den Sucher eingeblendet werden können, diese das Raster im Sucher sichtbar machen und die Platzierung des Motivs so erheblich erleichtern:

Drittel-Regel
Drittel-Regel


E

Exif-Daten („Exchangeable Image File Format“)

Hierbei handelt es sich um eine Standartisierung hinsichtlich des Abspeicherns von sogenannten Meta-Daten in digitalen Bildern. Fast alle modernen Digital-Kameras speichern diese Daten zum gespeicherten Bild ab und zwar im Kopfteil („header“), also noch vor den eigentlichen Bildinformationen. Exif-Daten bestehen immer aus 2 Teilen: dem Namen lt. Exif-Standard sowie einem Wert in Form von Buchstaben oder Zahlen. Je nach Kamera-Hersteller werden zusätzlich zu den Standard-Informationen noch weitere Informationen im Bild gespeichert. Hilfreich können diese Daten u.a. dann sein, wenn man nachträglich feststellen will, mit welcher Blende, Verschlusszeit etc. das Foto erstellt wurde. Um beispielsweise bei einem mittels IrfanView geöffneten Foto die Exif-Daten aufzurufen, muss lediglich die Taste „I“ (für „information“) gedrückt und im Anschluss der button „EXIF Daten*“ angeklickt werden. Hier ein Beispiel (wobei die Exif-Daten von mir zur besseren Übersicht in Listform zusammengefasst wurden):
 
Exif-Daten
Exif-Daten
 
 


F

Farbrauschen
Beim Farbrauschen handelt es sich um Bildfehler, bei denen in den Farbkanälen einzelne Signale nicht korrekt und z.T. zufällig wiedergegeben werden und so eine Art Rauschen verursachen. Das Farbrauschen ist einer der zahlreichen Fehler des Bildrauschens.

Farbtemperatur

Um für den Eindruck der Farbe, welche eine Lichtquelle ausstrahlt, eine Maßeinheit zu haben, wurde der Begriff der „Farb-Temperatur“ geschaffen, die Einheit lautet KELVIN (Abkürzung „K“) bzw. MIRED (Abkürzung „MR“). Die Farbtemperatur ist ein wesentlicher Faktor beim Weißabgleich. Nachstehend habe ich ein paar Daten mit den jeweiligen Farbtemperatur-Werten und Beispielen deren Lichtquellen zusammengefasst:

 

Farbtemperatur in K* Beispiel Lichtquelle
   
1.500 Kerzenflamme
2.600 Glühlampe 40W
2.700 Natriumdampf-Lampe (z.B. Flutlichtanlage auf Sportplätzen)
2.700 Glühlampe 60W
2.800 Glühlampe 100W
2.800 Halogenlampe (Hochvolt)
3.000 Leuchtstoff-Röhre warmweiß
3.000 Glühlampe 200W
3.200 Halogenlampe (Niedervolt)
3.700 Leuchtstoff-Röhre weiß
4.200 Leuchtstoff-Röhre kaltweiß
5.000 Xenonlampe
5.000 Morgen- und Abensonne
5.200 von der Sonne direkt beleuchtete Objekte
5.500 Vormittags- und Nachmittagssonne
5.800 Mittagssonne
6.500 Tageslicht
7.000 Tageslicht mit bewölktem Himmel
7.200 Quecksilberdampf-Lampe
8.000 Tageslicht im Schatten
8.000 Nebel, starker Dunst
10.000 wolkenloser blauer Himmel kurz vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang
15.000-27.000 Klares blaues nördliches Himmelslicht
   
*…ungefähre Werte / Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur bzw. Handbuch NIKON D7000

Fernauslösung

Fernauslöser ermöglichen dem Fotografen eine Auslösung ohne dabei direkt den Auslöseknopf zu betätigen. Dazu stehen verschiedene Varianten zur Auswahl wie z.B.

Funk-Fernauslösung:        die Auslösung erfolgt mittels einem kleinen Sender über Funk
optische Auslösung:         die Auslösung erfolgt mittels einem kleinen Sender über ein Infrarot-Signal
mechanische Auslösung:  ein einem Bowdenzug wird ein Draht zum Auslöser der Kamera geführt, daher auch Draht-Auslöser genannt
elektrische Auslösung:     über ein Kabel und ein Stromsignal wird das Auslösesignal an die Kamera übertragen

Insbesonders dann, wenn jegliche Erschütterung der Kamera vermieden werden sollte (wie z.B. bei Langzeitbelichtungen), ist die Verwendung eines berührungslosen Auslösers (Infrarot, Funk) unumgänglich.
 

Filmempfindlichkeit

Dieser Wert gibt – wie der Name schon sagt – Auskunft über die Lichtempfindlichkeit des Films. Der Wert wird seit Mitte der 80-er Jahre in ISO angegeben und löste den bis dahin verwendeten Wert ASA ab. Vor der Einführung der Digitalkameras beschränkte sich dieser Parameter auf die klassische Analog-Fotografie mit chemischer Entwicklung des Fotofilms. In der digitalen Fotografie wird zur Erhöhung des ISO-Wertes das analoge Signal des Bildsensors elektronisch verstärkt, bevor es von der Kamera-Software digitalisiert wird. Generell gilt: je höher der ISO-Wert um so stärker das Bildrauschen und umgekehrt. Der Vorteil bei der Erhöhung des ISO-Wertes liegt darin, dass – bei gleicher Belichtungszeit – in dunkleren Umgebungen fotografiert werden kann.

Filter

Filter werden in der Regel vor dem Objektiv der Kamera platziert und bewirken, dass das auf den Sensor einfallende Licht optisch verändert wird. Sie beeinflussen beispielsweise die Polarisation, die Farbe, den UV-Bereich, den Lichtsrahlenverlauf oder auch den Infrarot-Anteil des Lichts. Sie werden entweder direkt auf das Objektiv aufgeschraubt (Schraubfilter) oder in eine an das Objektiv angebrachte Halterung eingesteckt (Steckfilter).

Firmware

Bei der sogenannten „Firmware“ handelt es sich um eine Art Bindeglied zwischen dem Gerät (Hardware) und dem Anwendungsprogramm (Software). Auch Digitalkameras verfügen über eine eigene Firmware. Eventuelle Software-Probleme lassen sich u.U. durch den Download und die Installation einer aktuelleren Version beheben.
 

Fish-Eye-Objektiv („Fischaugen-Objektiv“)

Fish-eye-Objektive sind Spezial-Objektive in der Fotografie, sie „biegen“ das einfallende Licht und erzeugen so beabsichtigte Verzerrungen, alle nicht durch den Mittelpunkt des Bildes verlaufende Linien werden unterschiedlich stark gekrümmt. Sie verfügen über einen sehr großen Bildwinkel (je nach Objektiv zwischen ca. 180° bis max. ca. 220°). Ähnliche Effekte – zwar wesentlich preisgünstiger aber natürlich in nicht so guter Qualität – erzielt man mit sogenannten Fish-Eye-Objektivkonvertern, diese werden einfach vorne auf das Objektiv geschraubt, hier ein Beispiel:

Fisheye-Objektiv
Fisheye-Objektiv
 

Fokus-Messfelder
Um ein scharfes Foto machen zu können, muss in erster Linie bestimmt werden, auf welchen Bereich die Kamera im Autofokus-Modus fokussieren soll. Dazu stehen i.d.R. folgende Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:
a) Einzelfeld-Steuerung:                      die Kamera stellt nur auf ein zuvor vom Fotografen bestimmten Messfeld scharf (z.B. bei statischen Motiven)
b) Dynamische Messfeld-Steuerung:    abhängig vom Motiv kann der Fotograf entweder 9, 21 oder 39 Messfelder* zur Scharfstellung einstellen (Bsp. Nikon D7000)

Formatfaktor („Crop-Faktor“, engl. „to crop“, deutsch „abschneiden, beschneiden..)

Beim Formatfaktor handelt es sich um einen Verhältniswert welcher das Längenverhältnis der beiden Diagonalen von 2 unterschiedlichen Formaten angibt. In der digitalen Fotografie wird dabei als Grundlage das Format eines „konventionellen“ Kleinbildes herangezogen, welches in etwa 36mm x 24mm beträgt (die Länge der Diagonale beträgt in etwa 43,27mm). Wird die Diagonale des Bildsensors mit dem Formatfaktor multipliziert, erhält man die Diagonale des Kleinbild-Formates. Und in Folge gilt auch: dividiert man die Diagonale des Bildsensors durch den Formar-Faktor, ergibt sich daraus die Diagonale des Kleinbild-Formates. Dazu ein Beispiel: die NIKON D7000 ist mit einem CMOS-Sensor der Größe 23,6mm x 15,6mm ausgestattet, daraus ergibt sich eine Sensor-Diagonale von 28,29mm. Dividiert man nun die Diagonale des Kleinbild-Formates (43,27mm) durch die Sensor-Diagonale (28,29mm) ergibt sich ein Format-Faktor von ca. 1,5. Dies bedeutet in weitere Folge, dass der Bildausschnitt eines ein Teleobjektivs mit einer maximalen Brennweite von 500mm montiert auf einer NIKON D7000 in etwa einem Tele mit 750mm Brennweite entsprechen würde, welches auf einer Kamera mit einem Sensor im Kleinbild-Format angebracht ist. Eine kurze Übersicht über ein paar Kamera-Sensoren incl. Details finden Sie hier:

Sensorgrößen
Sensorgrößen


G

Gegenlicht-Blende
siehe Streulicht-Blende

Geotagging (auch Geo-Imaging oder Geo-Coding / „to tag“, englisch, deutsch: „markieren, bezeichnen“)

Beim „Geotagging“ werden einem digitalen Foto die geographischen Koordinaten (die sogenannten GPS*-Daten) zugeordnet und in dessen EXIF-Daten gesspeichert. Dabei können die GPS-Daten entweder direkt bei der Aufnahme dem Bild zugeordnet werden (dazu wird ein GPS-Empfänger mit der Kamera verbunden) oder nachträglich am PC (in diesem Fall ist jedoch das Mittragen eines GPS-Datenloggers während des Fotografierens notwendig). Die Einsatzgebiete für das Geotagging sind vielfältig, so können z.B. Archäologen ihre fotografierten Objekte später am PC direkt dem Fundort zugeordnet werden, ebenso gibt es Software-Programme, welche die Bilder automatisch einer digitalen Landkarte zuordnen und so eine Art „elektronisches Foto-Reisetagebuch“ erstellen.

*…Global Positioning System

Goldener Schnitt
siehe Drittel-Regel

Goldene Stunde (auch „Blaue Stunde“)

Als „Goldene Stunde“ wird in der Fotografie ein (ungefährer) Zeitraum vor dem Sonnenaufgang bzw. nach dem Sonnenuntergang bezeichnet. Die Zeitspanne ist dabei abhängig von der geografischen Position, in tropischen Regionen dauert diese Spanne nur ca. 20 Minuten, in Zentraleuropa zwischen 25 und 55 Minuten und am Nord- bzw. Südpol zwischen 10 und 14 Tagen. Wer sich in diesem Zusammenhang für die sogenannten „Available-light„-Fotografie interessiert, wird sich natürlich über die jeweiligen Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergangszeiten am jeweiligen Standort informieren, dazu stehen im Internet zahlreiche Online-Rechner zur Verfügung, mittlerweile gibt es auch etliche Smartphone-Apps zur Bestimmung. Um die unterschiedlichen Uhrzeiten zu veranschaulichen, habe ich die Jahresdaten für die Stadt Bregenz (Landeshauptstadt von Vorarlberg, Österreich) ausgelesen und als Linien dargestellt, zusätzlich finden Sie nachstehend eine Grafik zu den Sonnenschein-Stunden:

 

Graufilter
siehe Filter

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H

HDR („High Dynamic Range“)

HDR-Bilder sind sogenannte digitale Hochkontrast-Bilder. Der Vorteil von HDR-Bildern liegt in der detailreicheren Wiedergabe von großen Helligkeitsunterschieden (z.B. sehr helle und sehr dunkle Bereiche). Standardmäßig erzeugen Digitalkameras Bilder mit „nur“ 256 Helligkeitsstufen (8 Bit) für jeden der 3 Farbkanäle (rot, grün und blau), man spricht hier vom sogenannten Low Dynamic Range, kurz LDR. HDR-Bilder können direkt mit einer Spezialkamera aufgenommen werden (wobei sich der Preis für solche Kameras in Bereichen jenseits der € 40.000,00 bewegen). Eine weitere Möglichkeit bietet die Erzeugung einer Belichtungsreihe mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, dabei werden je nach Kameratyp die Einzelbilder bereits von der Kamera-Software zu einem HDR-Bild zusammengefügt. Ist dies nicht der Fall, muss das Zusammenfügen über eine entsprechend geignete Bildbearbeitungs-Software erfolgen. Die bekanntesten HDR-Formate sind:

  • Radiance HDR                         Bilddateien endend auf .hdr oder .pic
  • Portable Float Map                  Bilddateien endend auf .pfm oder .pbm
  • Tagged Image File Format      Bilddateien endend auf .tif oder .tiff
  • OpenEXR                                  Bilddateien endend auf .exr
 

High-Key-Aufnahmen

„High-Key“-Aufnahmen sind ein Stilelement in der Fotografie, dabei wird die Priorität auf helle Farbtöne und „weiches Licht“ gelegt. Kleinere Details im Bild werden dabei bewusst unterdrückt, eine verfremdete Darstellung des Motivs ist somit durchaus beabsichtigt und als künstlerischer Effekt sogar erwünscht. Die meisten Kameras bieten in Ihren Motivprogrammen bereits die Möglichkeit zu dieser Art der Fotografie. Siehe dazu auch „Low-Key-Aufnahmen„.
Highkey
Highkey
 

Histogramm

Definition lt. Deutschem Duden: „grafische Darstellung einer Häufigkeitsverteilung in Form von Säulen, die den Häufigkeiten der Messwerte entsprechen“
Auf die Digitale Fotografie bezogen stellt ein Histogramm die grafische Darstellung von Helligkeitswerten in einem digitalen Bild dar. Die Anzahl der einzelnen Farbwerte wird dabei als Säule über einem waagrechten Balken dargestellt, je höher also die Säule um so häufiger tritt dieser Farbwert im Bild auf. So kann unmittelbar nach der Aufnahme des Fotos das Histogramm im Display eingeblendet und auf eventuelle Unter- oder Überbelichtungen kontrolliert werden. In welcher Art und Weise die Darstellung des Histogramms erfolgt, hängt von der jeweiligen Kamera ab. Einige Kameras zeigen nur ein gesamtes RGB-Histogramm aller 3 Farbkanäle (Red, Green, Blue), bei anderen ist der Wechsel zwischen den 3 Histogrammen möglich und moderne Kameras zeigen auf Wunsch alle 4 Histogramme neben dem verkleinerten Foto an:
Histogramm
Histogramm

Ich habe zur Veranschaulichung ein paar Fotos von unterschiedlichen Motiven gemacht und zusätzlich im jeweiligen Foto einen screenshot der dazugehörenden Histogramme eingefügt….

 

 

Hot-Pixel
Bei einem „hot pixel“ handelt es sich um einen Pixelfehler, wobei der Pixel dauerhaft leuchtet. Die Ursache dafür ist meist ein Fertigungsfehler.
Siehe dazu auch Dead Pixel und Pixelfehler

Hyperfokal-Distanz

Jedes Objektiv hat bei einer bestimmten Kombination zwischen Brennweite und Blende eine optimale Fokusentfernung, welche den größtmöglichen Umfang an Schärfentiefe liefert. Auf dieser Grundlage beruht die Berechnung der Hyperfokal-Distanz, als dritter Wert kommt jedoch noch der jeweilige Umrechnungsfaktor des verwendeten Sensors bezogen auf das Kleinbild-Format hinzu. Hat man diese Distanz nun zur Hand, dann liegt die Schärfegrenze im vorderen Bildteil genau bei der halben Fokus-Distanz und die Schärfegrenze im hinteren Bereich des Bildes bei unendlich.
Zur Bestimmung der Hyperfokal-Distanz gibt es unterschiedliche Varianten, z.B. anhand einer komplizierten mathematischen Formel (umständlich) oder mittels einem der zahlreichen Rechner oder einer fertigen Tabelle im Internet (einfach), es gibt sogar fertige Rechenscheiben welche mit den eingestellten Werten die Hyperfokal-Distanz anzeigen.

 



I

 

Indian Summer (engl., „Altweiber-Sommer, Nachsommer“)

Der „Indian Summer“ ist quasi das „nordamerikanische Pendant“ zu unserem Altweiber-Sommer (auch Nachsommer genannt) im Herbst Diese Zeit zeichnet sich vor allem durch einen klaren blauen Himmel und die Blattverfärbung der Laubbäume aus. Mit Fotos von Nordamerika kann ich zwar nicht dienen, aber auch der mitteleuropäische Herbst hat einiges zu bieten…

Inspektions-Modus

Im Inspektions-Modus klappt der Schwingspiegel nach oben ohne dabei ein Foto zu machen, das Objektiv wird abgenommen und man hat so die Möglichkeit, den freiliegenden Tiefpass-Filter vor dem Kamerasensor vorsichtig von Schmutzpartikeln zu befreien. Hier muss man auf alle Fälle Vorsicht walten lassen, um keine Kratzer am Filter zu hinterlassen. Am besten wird die Kamera mit dem Objektivanschluss nach unten gehalten während man mit einem kleinen Blasebalg vorsichtig versucht, nicht fest anhaftende Staubpartikel auszublasen. Sind immer noch anhaftende Verschmutzungen sichtbar, empfiehlt es sich aus meiner Sicht, die Kamera bei einem Fachhändler oder einer zertifizierten Servicestelle für professionielle Sensorreinigung abzugeben, es besteht dann zudem die Möglichkeit gegen einen Aufpreis ein „kleines Service“ bei der Kamera machen zu lassen.

siehe dazu auch „Spiegel-Vorauslösung

ISO
siehe „Filmempfindlichkeit

 



J



K

Kleinbild-Format
siehe Formatfaktor

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L

Lamellen (Blenden-Lamellen)
in Arbeit

Langzeit-Belichtung

Von einer Langzeit-Belichtung spricht man in der Regel bei der Verwendung von Belichtungszeiten, welche mehrere Sekunden betragen. Wobei „lang“ natürlich ein subjektiver Begriff ist. Am häufigsten kommen Langzeit-Belichtzungen in der Nacht-Fotografie (z.B. Sternenhimmel, Lichtquellen bewegter künsticher Objekte..) sowie in der künstlerisch gestalteten Fotografie (bewusste Bewegungsunschärfen bei bewegten Objekten wie z.B. Menschen, Tieren, fließendem Wasser, Wolken etc.) zum Einsatz. Aber auch bei Aufnahmen bei dunklen Lichtverhältnissen kann eine Langzeitbelichtung das gewünschte Ergebnis bringen (solange es sich um statische Motive handelt). Vom letzten Punkt abgesehen enstehen bei Langzeit-Belichtungen Fotos, die wir „in echt“ so nie sehen können, da unsere optische Wahrnehmung auf einer Aneinanderreihung von Einzelmomenten basiert und bei der konventionellen Fotografie ja nur diese Einzelmomente festgehalten werden. Hier ein Beispiel einer Sternenfotografie mit einer Bellichtungszeit von ca. 15 Minuten:

Langzeitbelichtung
Langzeitbelichtung

Bei der Durchführung von Langzeit-Belichtungen ist die Verwendung eines Statives (bzw. die Platzierung der Kamera auf einem festen erschütterungsfreien Untergrund)  praktisch ein Muss. Ebenso sind der Einsatz einer Fernbedienung zur Auslösung (bzw. die Betriebsart „Selbstauslöser“) in Verbindung mit dem sogenannten Mirror-up-Modus (dabei wird der Spiegel vor der Auslösung hochgeklappt um evtl. Erschütterungen während der Belichtung zu vermeiden) absolut empfehlenswert. Ein ungewünschter Nebeneffekt bei Langzeit-Belichtungen ist die Tatsache, dass sich das Bildrauschen um so stärker erhöht, je länger die Belichtungszeit dauert. Hier noch ein paar Beispiele einer Feuerwerks-Fotografie, die Belichtungszeit betrug dabei 2,5 Sekunden:

 

LDR („Low Dynamic Range“)

Standardmäßig erzeugen Digitalkameras Bilder mit 256 Helligkeitsstufen für jeden der 3 Farbkanäle (rot, grün und blau), man spricht hier vom sogenannten Low Dynamic Range, kurz „LDR“. Wird ein besserer Kontrastumfang gewünscht, kann dies beispielsweise durch das Erstellen von HDR-Fotos erzielt werden.
 

Live-View („Bildanzeige in Echtzeit“)

Beim Live-View-Modus werden die Bilddaten, die der Bildsensor empfängt, in Echtzeit angezeigt. Dies erfolgt in der Regel über den Monitor auf dem Kamera-Rückseite. Der Vorteil liegt darin, dass das Bild noch vor der Aufnahme geprüft und ggfs Einstellungen wie z.B. der Weissabgleich geändert werden können. Nachteilig in diesem Modus wirken sich jedoch folgende Punkte aus:
a) eine dauerhafte Live-Anzeige bedeutet auch, dass der Bildsensor im Dauerbetrieb ist und sich damit erwärmt (was u.U. zu Bildrauschen führen kann)
b) da das Bild nur mehr über den elektronischen Sucher angezeigt werden kann, kommt es zu einer Erhöhung des Stromverbrauchs der Kamera
c)  sowohl LCD-Displays als auch elektronische Sucher weisen immer eine geringe Verzögerung bei der Bildanzeige auf, sollte sich also das Motiv schnell bewegen, dann ist man beim Drücken des Auslösers bereits zu spät. Diese Verzögerung steigt zudem mit sinkender Außentemperatur….

Low-Key-Aufnahmen

„Low-Key“-Aufnahmen sind ein Stilelement in der Fotografie, dabei wird die Priorität auf dunkle Farbtöne gelegt. Low-Key-Aufnahmen werden hauptsächlich in der Schwarz-Weiss-Fotografie angewendet und sind bewusst unterbelichtet. Die wenigen Kontraste sind dabei stark ausgebildet, vom Motiv sind meist nur mehr die Umrisse aber keine Details mehr zu erkennen. Die meisten Kameras bieten in Ihren Motivprogrammen bereits die Möglichkeit zu dieser Art der Fotografie. Siehe dazu auch „High-Key-Aufnahmen„.
Lowkey
Lowkey

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M

Makro-Fotografie (auch Nahfotografie)

Werden Objekte in einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:2 bzw. 1:1 – also im sogenannten Makro-Bereich – fotografiert, wird dies als Makro-Fotografie bezeichnet. Um Makro-Fotos zu erstellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
a) Balgen-Gerät            Befestigung einer Art Schlitten an der Kamera, Entfernung der Linse ist stufenlos verstellbar
b) Zwischenringe        werden zwischen Kamera und Objektiv geschraubt, in verschiedenen Baulängen erhältlich, auch kombinierbar
c) Nahlinsen                werden auf das Wechselobjektiv geschraubt
d) Makro-Objektive       speziell auf den Nahbereich abgestimmte Objektive
e) Retro-Stellung           unter Verwendung eines speziellen Ringes wird das Wechselobjektiv verkehrt an der Kamera montiert

f) Makroskop               die Kamera wird in eine Halterung eingespannt, vergleichbar mit einer Bohrmaschine in einem Bohrständer

 

Makro-Objektive

Makro-Objektive sind Spezial-Objektive, sie ermöglichen Abbildungsmaßstäbe zwischen ca. 1:2 (das Objekt wird 50% kleiner auf dem Sensor abgebildet als es in Originalgröße ist) bis 1:1 (das Objekt wird in Originalgröße auf dem Sensor abgebildet). Normal-Objektive weisen im Vergleich dazu Abbildungsmaßstäbe zwischen 1:7 und 1:9 auf. Ähnliche Effekte – zwar wesentlich preisgünstiger aber natürlich in nicht so guter Qualität – erzielt man mit sogenannten Makro-Objektivkonvertern (oder „close-up Linsen), diese werden oft als Set mit 2-4 Linsen verkauft und sind sowohl einzeln als auch in Kombination verwendbar. Sie werden einfach vorne auf das Objektiv geschraubt.

„M“-Modus (manueller Modus) / Belichtungsprogramm
In diesem Modus müssen sowohl Blende als auch Belichtungszeit manuell eingestellt werden.

 

Manueller Fokus (MF, manuelle Fokussierung)

In dieser Betriebsart stellt die Kamera nicht automatisch scharf, dies muss vom Fotografen händisch mittels Verdrehens des Schärferinges an der Kamera erledigt werden. Die Wahl der Fokusart, d.h. Manueller Fokus oder Autofokus hängt in erster Linie vom Motiv ab. So muss zum Beispiel bei Langzeit-Belichtungen in den manuellen Modus gewechselt und auf unendliche Schärfe gestellt werden.

Mirror-up (engl., deutsch „Spiegel hoch“)

Die meisten Spiegelreflex-Kameras bieten die Möglichkeit, den Spiegel manuell hochklappen zu können (ohne damit zwangsläufig eine Auslösung vorzunehmen). Dies geschieht unter anderem im sogenannten Inspektions-Modus, dieser ermöglicht einen freien Blick auf den Bildsensor der Kamera und dessen optische Kontrolle auf Staub oder sonstige Verschmutzungen). Aber auch bei Langzeit-Belichtungen wird der Spiegel in der Regel hochgeklappt, hier allerdings dazu, um eventuelle Verwacklungen durch den Spiegelschlag zu verhindern.
 

Mitzieh-Effekt (auch „Mitzieher“, „Mitwischer“ oder engl. „panning“)

Der Mitzieh-Effekt ist ein künstlerisches Stilelement in der Fotografie um die Bewegung eines Motivs mit Hilfe einer gezielten Bewegungsunschärfe des Hintergrundes (und nicht des Motivs) im Foto festzuhalten und dem Betrachter das Gefühl von Geschwindigkeit zu vermitteln. Klassische Beispiele sind Fotos aus dem Motorsport, das schnell vorbeifahrende Objekt ist möglich scharf abgebildet, der Hintergrund hingegen ist unscharf und hat horizontale „Wisch-Streifen“. Erzielt wird dieser Effekt durch die Wahl einer langen Verschlusszeit sowie dem Mitschwenken der Kamera während der Aufnahme. Um ein optimales Bild zu erhalten, ist sehr viel Übung erforderlich, da beim Mitziehen immer die Gefahr des Verwackelns besteht oder dass das Motiv im Foto nicht richtig platziert ist. Am Anfang ist die Verwendung eines Stativs sicher von Vorteil. Hier ein paar Beispiele:

 

Moiré – Effekt (franz. „moirer“, deutsch „marmorieren“)

Der Moiré-Effekt ist ein Sonderfall des sogenanntes „Alias-Effektes„. Es handelt sich dabei in der digitalen Fotografie um einen Bildfehler, kommt aber andererseits als gewünschter künstlerisches Effekt  – wie z.B. bei Textil-Geweben oder dem Papier-Druck zum Einsatz.
Beim Moiré-Effekt entstehen durch die Überlagerung (Interferenz) von feinen Mustern (z.B. Linienmuster mit sehr kleinem Linienabstand) eine Art optische Täuschung in Form von scheinbaren zusätzlichen Rastern. Der Moiré-Effekt ist auch u.a. Drucken, beim Scannen oder auch beim Fernsehen ein Thema und nicht immer erwünscht. Aus diesem Grund werden z.B. Personen im Fernsehen, die ein sehr fein gestreiftes Hemd bzw. eine Bluse tragen, gebeten, diese durch eine „Überbekleidung“ zu verdecken, da es ansonsten genau zu diesem Effekt der Überlagerung kommt. Je nach Motiv des Fotos kann es aber auch zu einer Überlagerung mit der Struktur des Bildsensors kommen, denn auch die Pixel des Sensors sind in einer linearen Struktur platziert und können in Folge mit anderen Linien interferieren.
 

Motiv-Programme („Scenes“)

Im Automatikmodus der Kamera stehen dem Fotografen je nach Hersteller verschiedene Voreinstellungen zur Verfügung, welche von der Kamerasoftware so gut wie möglich auf die jeweilige Situation abgestimmt sind, aber nur mehr eingeschränkte manuelle Änderungen zulassen. Interessant sind diese vor allem für jene, welche nicht nur im Automatikmodus fotografieren möchten, sich aber andererseits auch nicht mit Belichtungs- oder Zeitautomatik oder gar dem manuellen Modus auseinandersetzen möchten.
Die gängigsten Motiv-Programme sind z.B. abgestimmt auf Nachtaufnahmen, Aufnahmen am Strand oder im Schnee, Herbstlaub, Kerzenschein, Tiere, Porträts, Landschaften, Sport etc. Die Software legt dann je nach Auswahl die Belichtungszeit, die Blende oder auch den Einsatz des Blitzlichtes fest.

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N

NEF-Daten
siehe „Rohdatenformat

Neutraldichte-Filter
siehe Filter

 



O

Objektiv

Bei einem Objektiv handelt es sich um ein System aus dem Bereich der Optik welches mittels optischer Linsen das einfallende Licht sammelt, bündelt und auf eine Ebene projiziert (digital: Sensor, analog: Film). Dabei sind hinsichtlich der Qualität eines Objektivs hauptsächlich folgende Faktoren relevant:
 
a) Abbildungsqualität                      die Kombination hochwertiger Linsen mit unterschiedlichen Eigenschaften (z.B. Dicke, Krümmungsgradius, Brechungsindex etc.) minimiert Fehler bei der Abbiildung
b) Streulicht-Unempfindlichkeit        z.B. durch optische Vergütung der Linsen.
 
Bei Fotoapparaten sind die Objektive entweder fest mit der Kamera verbunden (z.B.bei Kompakt-Kameras), können sie hingegen von der Kamera getrennt und durch andere Objektive ersetzt werden, handelt es sich um sogenannte Wechselobjektive.Die Unterteilung von Foto-Objektiven erfolgt i.d.R. nach deren Bildwinkel (z.B. Weitwinkel, Fish-eye etc.) oder deren Konstruktion (z.B. Spiegellinsen, Tilt & Shift).
 

Objektiv-Adapter

Wechsel-Objektive sind nicht nur von den jeweiligen Hersteller der Kameras erhälltlich sondern auch von sogenannten Fremd-Herstellern. Einige Hersteller wie z.B. TAMRON, SIGMA etc. bieten hier bereits beim Kauf der Objektive die Wahl der Anschluss-Art (z.B. Nikon, Canon etc.). Andere Hersteller hingegen fertigen die Objekitive mit einheitlichen Anschlüssen und liefern (i.d.R kostenlos) einen Objektiv-Adapter für die gewünschte Kameramarke mit. Dieser wird dann zwischen Kameragehäuse und Wechselobjektiv geschraubt.

Objektiv-Bajonett

Das „Objektiv-Bajonett“ ist die arretierende Verbindung zwischen Kameragehäuse und dem Objektiv. Bei modernen Objektiven erfolgt diese Verbindung über ein Art „Kupplungs-Flansch“, zum Befestigen bzw. Lösen reicht eine Drehung um ca. 60°-90°, ältere Bajonette mussten noch auf das Kameragehäuse aufgeschraubt werden, die verbreitesten Schraub-Anschlüsse waren M39, M40 und M42. Zudem verfügen die modernen Objektive auch zusätzlich über elektrische bzw. mechanische Kontakte, über welche verschiedene Daten und Einstellungen zwischen Kamera und Objektiv übertragen werden.
Die verschiedenen Kamerahersteller haben dabei bei Ihren „eigenen“ Obejktiven jeweils eigene Anschlussarten, welche sich in erster Linie beim Durchmesser sowie dem Auflagemaß voneinander unterscheiden. Sie sind somit untereinander nicht kompatibel (zumindest nicht ohne die Verwendung von sogenannten Objektiv-Adaptern.

Offenblende

Bei der Offenblende handelt es sich um einen Wert, er gibt die maximale Blendenöffnung eines Objektivs an. Der Wert gibt dabei das Öffnungsverhältnis zwischen Blende und Brennweite wieder. Bei Objektiven mit Festbrennweiten wird dieser Wert z.B. mit „1/3.5“ oder „f:3.5“ oder auch „f/3.5“ angegeben. Dabei gilt: Je kleiner der Wert um so lichtstärker ist ein Objektiv. Bei Objektiven mit variablen Brennweiten wird dieser Wert immer in Kombination mit den Brennweiten z.B. so angegeben: „18-270mm F/3.5-6.3“ d.h. bei 18mm Brennweite beträgt die größte Blendenöffnung 3.5 und bei 270mm dann noch 6.3.
 

Optisches Zoom

Im Gegensatz zum „Digitalen Zoom“ handelt es sich beim Optischen Zoom um einen „echten“ Zoom. Dabei befinden sich die optischen Linsen-Elemente auf einer Längsachse und sind beweglich, dadurch kann die Brennweite variiert werden. Zoom-Objektive mit optischem Zoom sind i.d.R. als Wechselobjektive konstruiert und liefern hinsichtlich der Qualität der Bilder weitaus bessere Ergebnisse als ein Digitales Zoom bei gleicher Brennweite. Der Nachteil liegt jedoch zum einen im höheren Gewicht und andererseits im wesentlich höheren Anschaffungspreis (siehe dazu auch „Telezoom-Objektive„).Nachstehend habe ich ein paar Beispiel- bzw. Vergleichsbilder von Motiven mit unterschiedlichen Kameras bzw. unterschiedlichen Objektiven zusammengestellt, sie beinhalten sowohl Aufnahmen mit klassischen optischen Linsen-Objektiven als auch mit digitalen Zooms:

Motiv: Sendemast Dünserberg „Hensler“, Distanz zwischen Kamera und Motiv: ca. 4,8 km
(nicht alle Aufnahmen erfolgten am selben Tag)
 
Motiv: Drehrestaurant „Hoher Kasten“, Distanz zwischen Kamera und Motiv: ca. 17 km
 

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P

Pixelfehler

Bei Pixelfehlern handelt es sich um meist fertigungsbedingte fehlerhafte Pixel auf dem Bildsensor. Die häufigsten Fehler sind sogenannte „Hot Pixel“ (sie geben die aufgenommene Ladung – sprich Licht – nicht mehr ab) sowie „Dead Pixel“ (diese können kein Licht aufnehmen und bleiben somit ständig dunkel). Je nach Kameratyp und -software werden solche Fehler automatisch korrigiert, es wird von der Software ein Mittelwert jener funktionierenden „Nachbarn“ eruiert, die das fehlerhafte Pixel umgeben und dann mit diesem Wert ausgegeben.
Die Gesamtanzahl der fehlerhaften Pixel auf einem Sensor ist in Folge eines der Qualitätsmerkmale eines Bildsensors. Dazu gibt es übrigens auch eine Norm, welche in 4 Fehlerklassen festlegt, wieviele fehlerhafte Pixel pro Mio Pixel auf dem Sensor vorkommen dürfen. Ausgehend von dieser Norm ein paar Zahlen:
Maximal zulässige Fehler pro 1 Mio Pixel
         
  Fehlertyp 1 Fehlertyp 2
  „hot pixel“ „dead pixel“
Fehlerklasse Anzahl in% Anzahl in %
         
0 0 0,0000 0 0,0000
I 1 0,0001 1 0,0001
II 2 0,0002 2 0,0002
III 5 0,0005 15 0,0015
IV 50 0,0050 150 0,0150
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein fehlerhaftes Pixel auf dem Sensor befindet, ist zwar rund 8x höher als jene, einen Lottosechser zu erzielen, dass sich dieses Pixel dann aber ausgerechnet noch an einer Stelle im Foto befindet, an welcher es a) von der Kamerasoftware nicht „repariert“ wurde, b) vom Betrachter entdeckt und c) als störend empfunden wird, dürfte durchaus vernachlässigbar sein.

„P“-Modus (Programm-Automatik-Modus) / Belichtungsprogramm
Dieser Modus entspricht dem Vollautomatik-Modus, der einzge Unterschied liegt darin, dass von der Kamera kein Blitz zugeschaltet wird.

 

Pol-Filter
siehe Filter

Pufferspeicher

Digitale Spiegelreflex-Kameras bieten die Möglichkeit, mehrere Bilder in kürzester Zeit hintereinander aufzunehmen, man spricht hier auch von Serien-Aufnahmen. Dabei können die Fotos aus technischen Gründen nicht mit der Geschwindigkeit auf das Speichermedium geschrieben werden, wie die Fotos von der Kamera erstellt wurden. Aus diesem Grund werden die Bilddaten vor der endgültigen Speicherung auf dem jeweiligen Medium in einem Pufferspeicher „zwischengelagert“. Bei der NIKON D7000 können beispielsweise ca. 6 Bilder pro Sekunde erstellt werden, der Pufferspeicher kann maximal 100 Bilder zwischenlagern.

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Q

Quiet-mode (engl. quiet, deutsch „leise, ruhig“)

Insbesonders ältere Spiegelreflex-Kameras hatten teilweise das Problem, dass der Spiegeschlag als relativ laut wahrgenommen wurde. Moderne Kameras sind zum einen schon bereits konstruktionsbedingt leiser, haben aber meist auch noch die Möglichkeit der „leisen Auslösung“ im sogenannten „Quiet-mode“. Der Spiegelschlag setzt sich eigentlich aus 2 separaten Geräuschen zusammen (dem Hochklappen und dem Herunterklappen des Spiegels), wird aber vom menschlichen Gehör aufgrund der relativ schnellen Abfolge als 1 Geräusch wahrgenommen. Im „Quiet-mode“ klappt der Spiegel nicht wie sonst unmittelbar nach der Aufnahme wieder nach unten sondern etwas zeitverzögert. Dies führt zwar dazu, dass dabei 2 Geräusche wahrgenommen werden, allerdings im Gesamteindruck leiser. Verwendet wird diese Einstellung hauptsächlich beim Fotografieren an Orten, wo Stille zum Anstand gehört, wo sich Personen evtl. gestört fühlen oder auch in der Tierfotografie.

siehe dazu auch „Mirror-up“

 



R

Retro-Stellung

Werden Weitwinkelobjektive sowie sehr lichtstarke Normalobjektive in umgekehrter Position mittels sogenannten Umkehrringen an der Kamera befestigt, kann oft eine wesentlich bessere Bildqualität als in der Normalposition erzielt werden, man spricht bei dieser Art der Montage von der Retro-Stellung. Auch für die Makro-Fotografie kann dieses Verfahren angewendet werden.

RAW-Format
siehe „Rohdatenformat

Rohdatenformat (auch „Raw-Daten“, engl., von „roh“)

Das Rohdatenformat ist ein Überbegriff für Dateiformate in der digitalen Fotografie, diese Daten werden (sobald der Sensor die Daten verarbeitet hat) ohne jegliche Bearbeitung durch die Kamera-Software verlustfrei komprimiert auf das Speichermedium geschrieben, es handelt sich somit um eine Art „digitales Negativ“.
Die Rohdaten bieten ein sehr große Bandbreite bei der Helligkeits-Abstufungen. Sind beispielsweise bei JPEG-Daten nur 256 Helligkeitsabstufungen pro Farbkanal (8 Bit) möglich, können im Rohdaten-Format (je nach Kameramodell zwischen 10 und 14 Bit) zwischen 1.024 und 16.384 Helligkeitsstufen abgebildet werden.
Der große Vorteil dieser Art der Bildverarbeitung liegt darin, dass bei der Aufnahme lediglich Belichtungszeit, die Blende und der ISO-Wert ausgewählt werden müssen und alle anderen Parameter nachträglich im Foto korrigiert werden können. Hier ergibt sich jedoch auch gleich der erste Nachteil: dies erfolgt in sogenannten proprietären Dateiformaten. Die meisten Standard-Bildbearbeitungsprogramme können diese Daten jedoch nicht verarbeiten. Die Bildbearbeitung kann ausschließlich mittels spezieller (meist kostenpflichtiger und lizenzierter) Bildbearbeitungs-Software oder mit dafür geeigneter Freeware (wie z.B. Gimp, IrfanView) erfolgen. Auch der Computer sollte in diesem Fall über ausreichnend Arbeitsspeicher und eine gute Grafikkarte verfügen, ansonsten wird die Nachbearbeitung eines Fotos mit ca. 14-20 MB Dateigröße zur Geduldsprobe…
Rohdaten bringen in Folge natürlich auch einen erhöhten Bedarf an Speicherplatz mit sich, ob dies ein Nachteil ist, ist Ansichtssache und abhängig von der Bereitschaft des Fotografen, wieviel Geld in den Bereich „Speicher-Medien“ investiert. Einige Kameras verfügen zudem über 2 Schächte für SD-Karten und bieten somit (meiner Ansicht nach) ausreichenden Speicherplatz. Hier eine kleine Übersicht hinsichtlich des ungefähr benötigten Speicherplatzes je nach Dateiformat und bei Verwendung einer 16GB SD-Speicherkarte:
Bildqualität Bildgröße Dateigröße 1 Anzahl Aufnahmen 1
       
 NEF2 / verlustfreie Komprimierung mit 14 Bit 19,4 MB 446
 NEF2 / verlustfreie Komprimierung mit 12 Bit 15,5 MB 582
 NEF2 / Komprimierung mit 14 Bit 16,7 MB 660
 NEF2 / Komprimierung mit 12 Bit 13,6 MB 796
       
  large 7,8 MB 1.626
 JPEG fine medium 4,4 MB 2.800
  small 2,0 MB 6.200
       
  large 3,9 MB 3.200
 JPEG normal medium 2,2 MB 5.600
  small 1,0 MB 12.000
       
  large 2,0 MB 6.200
 JPEG basic medium 1,1 MB 11.000
  small 0,5 MB 22.000
       
  1 ungefähre Werte, tatsächliche Größe bwz. Anzahl vom Motiv abhängig    
  2 proprietäres Rohdatenformat von NIKON      

Die Rohdatenformate sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und untereinander nicht kompatibel, ein einheitlicher Standard ist zur Zeit nicht in Sicht. So lauten z.B. bei CANON die Dateierweiterungen .tif, .crw oder .cr2, bei NIKON .nef oder .nrw, bei MINOLTA .mrw oder .mdc usw.

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Rolling-Shutter-Effekt (deutsch: „rollender Verschluss“)

Dieser Effekt entsteht hauptsächlich beim Fotografieren von Objekten, die sich sehr schnell bewegen. Die Belichtung eines Sensors (bzw. Films bei der analogen Fotografie) erfolgt nicht bei allen Pixeln zur selben Zeit. Der Belichtungsvorgang startet je nach Kamera-Elektronik reihenweise (d.h. von links nach rechts oder umgekehrt) oder spaltenweise (d.h. von oben nach unten oder von unten nach oben). Obwohl dieser Vorgang sehr schnell erfolgt, ändert ein sich schnell drehender Gegenstand während dieser kurzen Dauer seine Position im Bild. Und so wird im Bild quasi ein „Bewegungsablauf“ abgebildet, der in dieser Art eigentlich gar nicht existiert.
Rolling-Shutter-Effekt
Rolling-Shutter-Effekt


S

„S“-Modus (auch „Tv“) Blendenautomatik / Belichtungsprogramm

In diesem Modus wird lediglich die Belichtungszeit manuell eingestellt, die Kamera ermittelt dann automatisch die passende Blende dazu. Je nach Kamerahersteller ist dieses Programm entweder als „S“ für „Shutter Priority“ oder „Tv“ für „Time value“ gekennzeichnet.

Schärfentiefe

Ja was nun ? Schärfentiefe oder Tiefenschärfe ? Darüber sind sich weder Experten noch die einschlägigen Foren einig, ich habe mich auf Schärfentiefe festgelegt…
Mit „Schärfentiefe“ bezeichnet man in der Fotografie jenen Entfernungsereich, der in einem Foto scharf abgebildet werden kann, wobei „scharf“ aus meiner Sicht ein subjektiver Begriff ist. Die Berechnung der Schärfentiefe ist mathematisch anhand komplizierter Formeln möglich, generell gilt jedoch Folgendes:
a) je kleiner die Blende desto größer der Schärfebereich
b) je kleiner der Abbildungsmaßstab desto größer der Schärfebereich
Schärfentiefe - Tiefenschärfe
Schärfentiefe – Tiefenschärfe

Schärfepriorität

Bei dieser Betriebsart wird erst dann ein Foto gemacht, wenn das Motiv von der Kamera scharf abgebildet werden kann. D.h. die Priorität liegt in der Schärfe, im Gegensatz zur sogenannten Auslösepriorität.

Schatten (bzw. Schlagschatten) beim Blitzen

Dieser unschöne Effekt tritt dann auf, wenn das Blitzlicht auf den oberen Teil des Objektivendes trifft. Er kann vermieden werden, in dem entweder das Objektiv nicht zu weit ausgefahren (das Motiv näher zu Kamera rücken) oder aber ein Aufsteck- oder Stabblitz eingesetzt wird.
Schlagschatten
Schlagschatten

SD-Karte
siehe Speichermedien

Serien-Aufnahmen (Serienbilder)

Bei Serienaufnahmen in der Fotografie handelt es sich i.d.R. um mehrere zeitlich versetzte Einzelaufnahmen, wobei der Zeitraum zwischen den Aufnahmen je nach Intention der Aufnahmen variieren kann. Bei der Sportfotografie (z.B. bei Ballsportarten, Motorsport o.ä.) werden Serien-Aufnahmen meist verwendet, um auf Nummer sicher zu gehen, dass unter den zahlreichen Einzelbildern zumindest 1 Bild das gewünschte Ergebnis erzielt hat. Mussten dazu bei der analogen Fotografie noch große Mengen von Filmen herhalten und die Ergebnisse zudem auch erst nach der Ausarbeitung sichtbar waren, ist man mit digitalen Spiegelreflex-Kameras doch besser gerüstet. Zum einen können die Ergebnisse vor Ort oder auch später am PC begutachtet und dabei die unbrauchbaren Bilder sofort gelöscht werden, zudem haben moderne Spiegelreflex-Kameras eine sehr hohe Serienbild-Rate, bei der NIKON D7000 sind dies in etwa 6 Bilder pro Sekunde, die CANON PowerShot SX 50 HS schafft sogar um die 13 Bilder pro Sekunde.

Serien-Aufnahmen können auch als Grundlage zur Erstellung eines „Panorama-Bildes“ sein, hier ist nicht die Zeit das Entscheidende sondern die Anforderung, dass alle Einzelbilder möglichst keine vertikalen Versätze aufweisen (die Verwendung eines Stativs ist ebenso zu empfehlen, wie die Wahl des Hochkant-Formats bei den Aufnahmen und die manuelle Fokussierung und die manuelle Belichtungseinstellung). Danach werden alle Einzelbilder der Serien-Aufnahme mittels entsprechender Bildbearbeitungs-Software zu einem einzigen Bild zusammengefügt. Das Ergebnis hängt dann sowohl von der Qualität der Einzelfotos als auch von den Möglichkeiten der Bildbearbeitungs-Software ab. Nachstehend nur ein exemplarisches Beispiel (Grundlage waren 16 Einzelbilder, Schwenkbereich ca. 360°C, freihand, Verwendung einer kleinen Demo-Freeware namens „Autostitch„):

Panoramabild aus Serienaufnahmen
Panoramabild aus Serienaufnahmen

Shutter count („Auslösungen auslesen“)
siehe „Auslösungen auslesen

 

Speichermedien

Das Speichermedium dient zur Speicherung der von der Kamera erstellten digitalen Fotos. Bei modernen Digitalkameras kommen hauptsächlich die umgangssprachlich genannten SD- Karten* zum Einsatz. Diese Karten sind in verschiedenen Ausführungen hinsichtlich Speicherkapazität und Geschwindigkeitsklassen erhältlich und generell kann gesagt werden: je größer der Speicher und je schneller die Geschwindigkeit um so teurer die Karte.
Hier eine kurze Übersicht der verschiedenen SD-Formate bezüglich der Speicherkapazitäten:
_
SD         Speicherkapazitäten zwischen 8 MB bis maximal  2 GB
SDHC    Speicherkapazitäten zwischen 4 GB bis maximal 32 GB (HC…High Capacity)
SDXC    Speicherkapazitäten zwischen 48 GB bis maximal 2TB (XC…extended Capacity)
*SD Memory Card, „secure digital memory card“
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Die Geschwindigkeitsklassen werden aktuelle wie folgt eingeteilt (je nach Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben der Daten auf die Karte)
Class 2        2 Mbyte/s
Class 4        4 Mbyte/s
Class 6        6 Mbyte/s
Class 10    10 Mbyte/s
SD-Karte
SD-Karte
Moderne Spiegelreflex-Kameras sind z.T. bereits mit 2 Kartenschächten ausgestattet und bieten so die Möglichkeit, 2 Speicherkarten gemeinsam zu verwenden. So kann z.B. im Menü festgelegt werden, dass auf Karte 1 nur Fotos und auf Karte 2 nur Videos gespeichert werden sollen, oder auf Karte 1 die Aufnahme im RWA-Format und gleichzeitig auf Karte 2 eine Aufnahme als JPEG.
SD-Karten
SD-Karten
 

Spiegellinsen-Objektiv („katadioptrisches System“)

Bei dieser Objektivart kommen neben optischen Linsen auch Spiegel zur Anwendung. Bei den für die Fotografie eingesetzten Spiegellinsen-Objektiven handelt es sich um modifizierte Ableitungen von Teleskopen aus der Astronomie. Im Inneren des Objektivs wird das einfallende Licht doppelt „geknickt“, aus diesem Grund haben  Spiegellinsen-Objektive meist auch nur 20-30% der Länge eines konventionellen Linsen-Objektivs. Der Nachteil dieser Bauart liegt einerseits in den von den Spiegel verursachten Bildfehlern (deshalb sind im Objektiv sogenannte Bildfeldebnungs-Systeme notwendig). Zudem haben die meisten Objektive dieser Bauart eine fixe Blende, da der Einbau von Lamellen zur Veränderung des einfallenden Lichts sehr aufwändig wäre. Bei hellen Lichtverhältnissen ist daher die Verwendung eines Graufilters notwendig. Spiegellinsen-Objektive weisen auch eine höhere „Anfälligkeit“ von Streulicht auf, eine Streulichtblende ist aus diesem Grund ebenfalls empfehlenswert. Nachstehend habe ich eine kleine Skizze bezüglich des Aufbaus eines solchen Objektivs erstellt:
Spiegellinse / Aufbau
Spiegellinse / Aufbau

Spiegelreflex-Kameras („SR“)

Eine Spiegelreflex-Kamera besitzt zwischen Objektiv und Bildebene (Film bzw. bei der Digitalfotografie der Sensor) einen Spiegel, der über eine Mechanik hochgeklappt wird. Die gebräuchlichen Abkürzungen für digitale Spiegelreflex-Kameras sind DSR (deutsch, „digitale Spiegelreflex“) bzw. DSLR (englisch, „digital single-lense reflex“).
Das einfallende Licht gelangt durch das Objektiv auf den Spiegel, dieser reflektiert den Lichstrahl durch eine Linse auf ein darüberbefindliches Prisma, dieses Bild ist dann durch den Blick durch den Sucher sichtbar. Wird der Auslöser der Kamera gedrückt, dann klappt der Spiegel nach oben weg, der Verschluss öffnet sich und das Bild wird auf den Kamerasensor (bzw. in der analogen Fotografie auf den Film) projiziert, der Veschluss schließt sich und der Spiegel klappt wieder herunter.

Spiegel-Vorauslösung (engl.: „MLU“ – mirror lock-up“ oder „MUP“ – mirror up)
Bei der Spiegel-Vorauslösung kann bei Spiegelreflex-Kameras der sogenannte „Schwingspiegel“ manuell hochgeklappt werden. Dies erfolgt meistens aus 2 Gründen:
a) bei der Erstellung von Langzeitbelichtungen können so Vibrationen durch den Spiegelschlag und damit Verwacklungen ausgeschlossen werden
b) im sogenannten „Inspektions-Modus“ wird bei entferntem Objektiv ein freier Blick auf den Kamera-Sensor bzw. den Tiefpass-Filter ermöglicht.

 

Streulicht-Blende (auch „Sonnenblende“, „Gegenlichtblende“)

Ein „Streulicht-Blende“ hat den Zweck, Licht, welches von der Seite auf die Linse oder auf reflektierende Teiles des Objektivgehäuses trifft, abzuhalten. Zudem bietet eine solche Blende auch einen Schutz für die vorderste Objektivlinse z.B. vor Regen oder auch dann, wenn die Kamera mit aufgesetztem Objektiv umgehängt getrragen wird.
 
Streulichtblenden
Streulichtblenden

Stroboskop-Blitz
siehe Blitzlicht

Stürzende Linien

Bei stürzenden Linien handelt es sich um Verzerrungen von senkrechten Linien in einem Foto. Man kennt diesen Effekt hauptsächlich von Fotos hoher Gebäude, obwohl die senkrechten Linien in natura natürlich exakt senkrecht nach unten führen (ausser man steht vor dem Schiefen Turm von Pisa), verlaufen sie auf dem Foto nicht mehr senkrecht (und auch nicht mehr parallel zueinander) nach unten auf einen „imaginären“ Schnittpunkt zu. Die Ursache dafür ist, dass diese Linien nicht parallel zur Sensorebene liegen. Dieser Effekt kann bei der Aufnahme durch die Verwendung sogenannter „Tilt & Shift – Objektive“ minmiert oder nachträglich durch den Einsatz einer Bildbearbeitungs-Software korrigiert werden.

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T

 

Telekonverter

Bei einem „Telekonverter“ handelt es sich um einen zusätzlichen Bauteil für Kamera-Objektive mit dem Zweck, deren Brennweite zu vergrößern, sie werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt. Telekonverter sind in verschieden Ausführungen erhältlich und vergrößern die Brennweite i.d.R. um das 1,4 bis maximal 3-fache. Bei der Verwendung eines 200mm-Teles und einem 1,5-fach Telekonverter ergibt sich eine Brennweite von 300mm. Die Verwendung eines Telekonverters hat jedoch einen großen Nachteil: sie verringern die Lichtmenge erheblich…bei einem 3-fach Konverter sind es 3 Blendenstufen, bei einem 2-fach Konverter 2 Blendenstufen und bei einem 1,4-fach Konverter immerhin noch 1 Blendenstufe. Ist das Objektiv, auf welchen der Konverter geschraubt wird, nicht schon ausreichend lichtstark, kann es zudem sein, dass der Autofokus der Kamera aufgrund der zu geringen Lichtmenge nicht mehr funktionsfähig ist. Telekonverter sind zwar eine preisgünstige Methode, um beispielsweise aus einem 300er-Teleobjektiv mit einem 1,5-fach Konverter ein 450-er Tele zu machen, andererseits kann so ein Effekt auch am PC erzielt werden, in dem der gewünschte Bildausschnitt aufgezoomt wird (vorausgesetzt, das Bild wurde mit maximaler Auflösung – am Besten im RAW-Format – erstellt und hat ausreichend Pixel).

Tele-Objektive

Tele-Objektive weisen i.d.R. im Vergleich zu Normalobjektiven eine längere Brennweite, einen kleineren Bildwinkel sowie eine geringere Schärfentiefe auf. Zudem besitzen Tele-Objektive eine feste Brennweite – es kann also nicht gezoomt werden. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Telezoom-Objektiven, welche eine variable Brennweite besitzen. Tele-Objektive sind für unterschiedliche Einsatzbereiche in verschiedenen Ausführungen erhältlich, die Brennweiten bewegen sich dabei zwischen ca. 85mm (z.B. zur Portrait-Fotografie) und ca. 1.200mm (z.B. Sport- und Tier-Fotografie).
Telezoom-Objektive
Ein Telezoom-Objektiv besitzt eine variable Brennweite und ist nicht zu verwechseln mit einem Tele-Objektiv dessen Brennweite konstant ist. Telezooms sind im Vergleich zu Tele-Objektiven mit gleicher Brennweite konstruktionsbedingt wesentlich teurer und weisen meist ein höheres Gewicht auf, da die Linsen-Elemente nicht starr sondern beweglich platziert sind (um durch das Verschieben die Brennweite zu ändern). Das Zoomen erfolgt dabei entweder durch das Verschieben der Linsen-Gruppen (optisches Zoom), durch eine digitale Vergrößerung eines Bildausschnitts (digitales Zoom) oder durch eine Kombination der beiden Zoom-Arten. Telezooms stellen immer eine Kompromisslösung dar. Einerseits können sie je nach Brennweitenbereich einen sehr hohen Einsatzbereich abdecken, ohne dass dabei das Objektiv gewechselt werden muss, andererseits können sie konstruktionsbedingt nicht die Spezial-Objektive mit den jeweiligen Festbrennweiten ersetzen.

Tiefenschärfe
siehe Schärfentiefe

 

Tiefpass-Filter
siehe Filter

Tilt & Shift – Objektiv (engl., „tilt“, deutsch: „schwenken“, „shift“, deutsch „verschieben“)

Tilt & Shift – Objektive sind aufwändig konstruierte Spezialobjektive, sie werden zur Minimierung des Effekts der „stürzenden Linien“ eingesetzt. Dabei sind die einzelnen Linsenelemente schwenkbar und können auch verschoben werden, so kann ein Bild erzeugt werden, welches parallel zur Bildebene liegt und so keine Verzerrungen mehr aufweist. Preislich gesehen sind diese Objektive im höheren Preissegment angesiedelt (was auf die aufwändige Konstruktion zurückzuführen ist).


U

 



V

Verlaufs-Filter
siehe Filter

Verschlusszeit
siehe Blende

 

Vignettierung (franz., „vignette“, deutsch: „Randverzierung“, „Abzeichen“)

Streng genommen handelt es sich bei der „Vignettierung“ in der Fotografie um einen unerwünschten Effekt bei welchem dunkle Schatten in den Randbereichen des Fotos entstehen. Die Ursache dieses Effekts liegt in den physikalischen Eigensschaften des Lichts, der Lichtstrahl passiert auf seinem Weg durch das Objektiv zum Sensor mehrere Eintritts- als auch Austrittsöffnungen die auf einer gemeinsamen Längsachse liegen. Überschreitet der Abstand zwischen den Rändern der Öffnungen und der Achse einen bestimmten Wert, kann der Sensor nur mehr wenig bzw. gar kein Licht mehr aufnehmen. Dieser eigentlich unerwünschte Effekt kann jedoch in der Fotografie durchaus auch als beabsichtigtes Stilelement verwendet werden, z.B. um den Blick des Betrachters auf die Bildmitte und dadurch auf das Motiv zu lenken.

Virtueller Horizont

Moderne Spiegelreflex-Kameras bieten die Möglichkeit, einen virtuellen Horizont auf dem rückwärtigen Monitor der Kamera oder auch im Sucher einzublenden. Diese Option ist zum einen sehr hilfreich beim Aufbau und der Platzierung eines Stativs oder auch als kleine Hilfe beim Fotografieren um dem Fotografen zu zeigen, ob die Kamera beim Freihand-Fotografieren einigermaßen exakt ausgerichtet ist.
Virtueller Horizont
Virtueller Horizont

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W

Weißabgleich (englisch: „white balance“, WB)

Beim „Weißabgleich“ wird die Kamera den jeweiligen Lichtbedingungen insbesonders der Farbtemperatur, welche am Aufnahmeort vorzufinden sind, angepasst. Dies erfolgt in der Regel durch die Software der Kamera, man spricht in diesem Fall vom automatischen Weißabgleich. Natürlich kann dies vom Fotografen auch manuell eingestellt werden, dazu wird in der Regel eine Graukarte verwendet, diese wird am Aufnahmeort vor die Kamera gehalten. Die Kamera ermittelt dann über die interne Software den Farbtemperatur-Wert welcher dann vom Fotografen eingestellt werden kann.

Weitwinkel-Objektive

Weitwinkel-Objektive haben im Vergleich zu Normal-Objektiven eine kürzere Brennweite aber dafür einen größeren Bildwinkel sowie eine größere Schärfentiefe. Sie sind je nach Anwendungsbereich in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Fest-Brennweiten aber auch als Weitwinkel-Zoom-Objektive erhältlich.
 

Wortherkunft
Fotografie (auch Photographie) stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „phos“ (Genitiv: photos) was soviel wie „Licht“ bedeutet und „graphein“ was mit „schreiben“ oder auch „zeichnen“ übersetzt werden kann. Zusammengesetzt ergibt sich daraus also „mit Licht zeichnen“….

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X



Y

 


Z

Zwischenringe
siehe Telekonverter

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*…sämtliche Angaben und Zahlen ohne jegliche Gewähr hinsichtlich Richtigkeit, Aktualität und/oder Vollständigkeit